Seit 2013 verwalten die drei Gründer der Partners Group ihre Milliarden gemeinsam. Nun bricht Urs Wietlisbach aus dieser Allianz aus. Er spaltet eine eigene Einheit ab. Dieser Schritt trifft das Unternehmen in einer extrem angespannten Phase. Der Vermögensverwalter kämpft aktuell mit massiven Mittelabflüssen.
Wietlisbach sucht die Unabhängigkeit
Wietlisbach strebt nach mehr Kontrolle über seine persönlichen Investments. Dafür löst er sein Vermögen aus dem gemeinsamen Family Office PG3 AG heraus. Jascha Forster soll die neue Einheit leiten. Er verwaltete zuvor die Gelder des Schweizer Milliardärs Thomas Schmidheiny.
Die drei Partner lernten sich einst bei Goldman Sachs kennen. Sie bauten einen Giganten mit 185 Milliarden Dollar Anlagevolumen auf. Nun arbeiten sie eine neue Aktionärsvereinbarung aus. Diese soll künftige Entscheidungsprozesse des Trios klar regeln.
Abflüsse belasten den Aktienkurs
Der Zeitpunkt dieser Umstrukturierung macht Anleger nervös. Partners Group erlitt erst Anfang Juni einen historischen Kurseinbruch. Kunden zogen massiv Gelder aus mehreren Evergreen-Fonds ab. Das Unternehmen musste die Rücknahmen daraufhin deckeln. Die Abflusswelle greift offenbar vom Private-Credit- auf den Private-Equity-Bereich über.
Ein amerikanischer Private-Equity-Fonds verzeichnet im zweiten Quartal Rücknahmeanträge von rund sechs Prozent. Drei weitere Anlagevehikel erwarten Abflüsse von bis zu fünf Prozent. Zusammen verwalten diese drei Fonds knapp zehn Milliarden Dollar.
Der Aktienkurs spiegelt diese Krise wider. Die Papiere notieren aktuell bei 779,20 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf knapp 29 Prozent.
Die Folge: Das Hoch aus dem Vorjahr ist weit entfernt. Erst Anfang Juni markierte die Aktie ein 52-Wochen-Tief bei 733,00 Euro.
Fokus auf die Nachfolge
Die Gründer haben auch politisch großes Gewicht in der Schweiz. Gantner verhandelte einst direkt mit US-Präsident Donald Trump. Wietlisbach setzt sich für lockerere EU-Bindungen ein.
Formal bleibt die operative Leitung des Vermögensverwalters von der Abspaltung unberührt. Marktbeobachter werten den Schritt dennoch als klaren Startschuss für die Nachfolgeplanung. Die neue Aktionärsvereinbarung muss nun beweisen, dass das Trio auch getrennt handlungsfähig bleibt.
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