Partners Group kämpft an zwei Fronten. Der Londoner Investment-Trust PGPE plant eine tiefgreifende Umstrukturierung — und die Aktie notiert knapp über ihrem Jahrestief.
Zwei-Klassen-Modell soll NAV-Abschlag schließen
Der in London gelistete Trust Partners Group Private Equity Limited verwaltet rund 800 Millionen Euro. Er schlägt vor, Anleger künftig zwischen zwei Anteilsklassen wählen zu lassen: „Continuing Ordinary Shares“ führen die bisherige Strategie fort. „Realization Shares“ dagegen liquidieren das Portfolio schrittweise und schütten die Erlöse aus.
Das Ziel: einen Abschlag von 28 Prozent auf den Nettoinventarwert zu schließen. Dieser hat sich durch schwache Deals aus dem Jahrgang 2021 bis 2023 weiter vergrößert. Die „Realization Shares“ sollen auf 30 Prozent des Gesamtvolumens begrenzt bleiben. Aktionäre müssen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung zustimmen — bei Billigung tritt die neue Struktur im vierten Quartal 2026 in Kraft.
Privatanleger auf dem Rückzug
Der eigentliche Auslöser liegt in der Evergreen-Plattform. Offene Privatmarktfonds geraten unter Druck — zunächst im Private-Credit-Segment, inzwischen auch bei Private Equity. Zwei Evergreen-Fonds von Partners Group im Privatkundensegment sind betroffen.
Anfang Juni begrenzte Partners Group die Rücknahmen aus dem 8,6 Milliarden Dollar schweren Global Value SICAV auf 5 Prozent des NAV pro Quartal. Anleger hatten Rücknahmeanträge für geschätzte 9,8 Prozent eingereicht. Ein Delaware-Vehikel verzeichnete Abflüsse von rund 6 Prozent des NAV. Drei weitere Evergreens mit einem Gesamtvolumen von 9,7 Milliarden Dollar rechnen im zweiten Quartal mit Rücknahmen zwischen 3,5 und 5 Prozent.
Privatanleger zogen ihr Kapital deutlich schneller ab als institutionelle Kunden. Das Management plant deshalb, die offenen Privatmarktfonds zu verkleinern — um künftige plötzliche Abflüsse besser abzufedern. Rund 80 Prozent der verwalteten Vermögen stammen von institutionellen Investoren. Sie haben bisher standgehalten.
Jahresprognose bleibt, Analysten werden vorsichtiger
Partners Group hält an seiner Prognose für 2026 fest. Das Unternehmen erwartet eine Brutto-Neukundennachfrage von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar. Für das erste Halbjahr soll das Fundraising die Abflüsse übersteigen. Im zweiten Halbjahr 2026 rechnet das Unternehmen damit, dass die Evergreen-Plattform das Netto-AuM-Wachstum um 1 bis 2 Prozent bremst — mit ähnlichem Effekt für 2027.
Analysten reagieren skeptisch. Bank of America senkte das Kursziel von 1.150 auf 850 Schweizer Franken. Jefferies kürzte von 1.130 auf 760 Franken. Oddo BHF stufte die Aktie von „Kaufen“ auf „Halten“ zurück. Der Konsens bleibt dennoch mehrheitlich konstruktiv: Sechs von 13 Analysten empfehlen den Kauf, sieben ein Halten — mit einem durchschnittlichen Kursziel von 966 Schweizer Franken.
Die Aktie notiert bei 717 Euro, rund 41 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 1.213,50 Euro. Seit Jahresbeginn hat sie gut ein Drittel ihres Werts verloren. Der RSI liegt bei 26,9 — technisch deutlich überverkauft.
Am 15. Juli veröffentlicht Partners Group die verwalteten Vermögen per 30. Juni. Zuletzt lagen sie bei 184,9 Milliarden US-Dollar. Dieses Update wird zeigen, ob die Rücknahmen im zweiten Quartal das Gesamtbild tatsächlich so stark belasten wie befürchtet. Der Halbjahrsbericht folgt am 1. September.
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