Der Zahlungsdienstleister kommt nicht zur Ruhe. Nach dem brutalen Kurseinbruch Anfang der Woche meldet sich nun eine Stimme zu Wort, die das Management besonders schmerzen dürfte: Ex-Präsident David Marcus rechnet öffentlich mit der Strategie seines früheren Arbeitgebers ab. Die Vorwürfe wiegen schwer – und treffen PayPal in einer ohnehin heiklen Phase.
Ehemaliger Top-Manager bricht sein Schweigen
Erstmals seit fast zwölf Jahren äußert sich David Marcus, der frühere Präsident von PayPal, öffentlich zur Entwicklung des Konzerns. Laut Benzinga wirft er dem Unternehmen eine fatale strategische Fehlentwicklung vor: PayPal habe sich von einem innovationsgetriebenen Technologieunternehmen zu einem rein finanzoptimierenden Apparat entwickelt. Diese Verschiebung habe den Konzern entscheidend geschwächt – ausgerechnet in einer Phase, in der Wettbewerber wie Apple Pay und Google Pay ihre Ökosysteme aggressiv ausgebaut hätten.
Während die Konkurrenz neue Zahlungsgewohnheiten geprägt habe, sei PayPal die Risikobereitschaft abhandengekommen. Marcus‘ Diagnose ist eindeutig: Dem Unternehmen fehle es an visionärer Führung.
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BNPL-Desaster als verpasste Jahrhundert-Chance
Besonders hart fällt Marcus‘ Urteil zur „Buy-Now-Pay-Later“-Strategie aus. Während Wettbewerber wie Klarna und Affirm eigenständige Konsumentenmarken mit tiefer Kundenbindung aufgebaut hätten, habe PayPal BNPL lediglich als defensive Checkout-Funktion verstanden. Eine historische Chance sei damit vertan worden.
Die Folgen dieser Zurückhaltung zeigen sich mittlerweile in harten Zahlen: Das Wachstum des margenstarken Marken-Checkouts hat sich zuletzt deutlich verlangsamt. Wettbewerber konnten derweil systematisch Marktanteile gewinnen.
Analysten zwischen Substanz und Strukturzweifeln
Nach der jüngsten Zahlenvorlage herrscht bei den Analysten ausgesprochene Zurückhaltung. Mehrere renommierte Häuser – darunter JPMorgan, Evercore ISI, Bank of America und TD Cowen – haben ihre Kursziele teils deutlich gesenkt. Von insgesamt 35 Analystenratings lauten aktuell 26 auf „Hold“, lediglich fünf empfehlen den Kauf, vier raten zum Verkauf.
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Die hohe Cashflow-Generierung und die starke Marke werden zwar noch anerkannt. Doch die Zweifel an der Tragfähigkeit des Geschäftsmodells nehmen zu. Zusätzlich sorgt der anhaltende Fokus auf Aktienrückkäufe statt auf wachstumsorientierte Investitionen für Skepsis: Kann PayPal strukturell wieder auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zurückfinden?
Führungswechsel als letzte Hoffnung?
Der angekündigte CEO-Wechsel verstärkt die Unsicherheit zusätzlich. Anleger richten ihre Hoffnungen nun auf die neue Führung: Wird sie eine überzeugende Wachstumsstrategie vorlegen können?
Nach dem Absturz um rund 20 Prozent Anfang der Woche stabilisiert sich die Aktie zumindest leicht. Vorbörslich gewann das NASDAQ-Papier zeitweise 0,88 Prozent auf 40,25 Dollar. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus jedoch auf über 30 Prozent. PayPal bleibt damit ein zerrissener Fall: günstig bewertet, aber mit wachsenden strategischen Risiken.
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