PayPal, Siemens Energy & Dassault: Wenn Führungswechsel, Milliarden-Investitionen und KI-Partnerschaften die Märkte neu sortieren

PayPal trennt sich nach schwachem Ausblick vom CEO, während Siemens Energy eine Milliarde Dollar in den US-Markt pumpt und Dassault Systèmes eine KI-Allianz mit Nvidia schmiedet.

PayPal, Siemens Energy & Dassault: Wenn Führungswechsel, Milliarden-Investitionen und KI-Partnerschaften die Märkte neu sortieren
Kurz & knapp:
  • PayPal-CEO Alex Chriss nach enttäuschenden Zahlen entlassen
  • Siemens Energy investiert eine Milliarde Dollar in US-Kapazitäten
  • Dassault und Nvidia starten Partnerschaft für digitale Zwillinge
  • Gold und Silber erholen sich nach historischem Absturz

Liebe Leserinnen und Leser,

als die Börsenglocke in New York heute schloss, war eines klar: Die Märkte sortieren sich neu. PayPal entlässt seinen CEO nach enttäuschenden Zahlen, Siemens Energy pumpt eine Milliarde Dollar in US-Werke, und Dassault Systèmes schmiedet mit Nvidia eine Allianz, die ganze Industrien verändern könnte. Während Gold und Silber nach ihrem dramatischen Absturz eine Atempause einlegen, zeigt sich an den Börsen ein Bild der Gegensätze: Hier Aufbruch und Expansion, dort Enttäuschung und Führungskrisen. Drei Geschichten, die zeigen, wie schnell sich Gewissheiten auflösen – und wo neue Chancen entstehen.

PayPal: Wenn Zahlen nicht reichen und der Chef gehen muss

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: PayPal trennt sich von CEO Alex Chriss – nach gerade einmal zweieinhalb Jahren im Amt. Der Grund? Ein viertes Quartal, das die Erwartungen verfehlte, und ein Ausblick, der Anleger erschreckte. Der Umsatz stieg zwar um vier Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar, doch die Analysten hatten mehr erwartet. Noch schwerer wiegt: Für 2026 rechnet PayPal mit sinkendem Gewinn je Aktie – im mittleren einstelligen Prozentbereich. Die Börse reagierte brutal: Die Aktie stürzte vorbörslich um über 18 Prozent ab.

Der Verwaltungsrat begründete den Schritt mit einer „detaillierten Analyse“: Die Fortschritte im Vergleich zur Konkurrenz seien nicht ausreichend gewesen. Ab März übernimmt Enrique Lores, bislang Chef von HP Inc., das Ruder. Lores gilt als erfahrener Sanierer, der HP durch schwierige Zeiten navigiert hat – allerdings nicht ohne Blessuren. Die HP-Aktie fiel nach der Nachricht um sechs Prozent. Für PayPal-Anleger bleibt die Frage: Kann ein Führungswechsel das Ruder herumreißen, wenn das Geschäftsmodell selbst unter Druck steht? Der Zahlungsdienstleister kämpft mit wachsender Konkurrenz durch Fintechs und Banken, die eigene Lösungen entwickeln. Die nächsten Quartale werden zeigen, ob Lores die Wende schafft – oder ob PayPals beste Jahre hinter ihm liegen.

Siemens Energy: Eine Milliarde Dollar für den amerikanischen Traum

Während PayPal strauchelt, prescht Siemens Energy vor. Der Münchner Energietechnikkonzern investiert eine Milliarde Dollar in den Ausbau seiner US-Kapazitäten – eine Ansage, die Analysten aufhorchen lässt. Der Grund für die Offensive: Die USA verzeichnen einen explosionsartigen Anstieg des Strombedarfs. Rechenzentren, KI-Infrastruktur und die Elektrifizierung der Industrie treiben den Verbrauch nach oben. Siemens Energy will davon profitieren und baut bestehende Fabriken aus, zudem entsteht in Mississippi ein neues Werk für Hochspannungsschaltanlagen.

Die Zahlen sprechen für sich: Vor drei Jahren verkaufte Siemens Energy eine einzige Gasturbine pro Jahr in den USA. 2025 waren es 100 Turbinen unterschiedlicher Größe. CEO Christian Bruch zeigt sich zuversichtlich: „Es ist derzeit der heißeste Strommarkt der Welt.“ Die Investition schafft 1.500 neue Arbeitsplätze und positioniert Siemens Energy als Schlüsselakteur in einem Markt, der bis 2028 um 25 Prozent wachsen soll. Analysten von Jefferies, Deutsche Bank und UBS haben ihre Kursziele zuletzt deutlich angehoben – auf bis zu 175 Euro. Die Aktie reagierte prompt und kletterte auf ein neues Allzeithoch von 154,40 Euro. Für deutsche Anleger ist das eine klare Botschaft: Wer auf die Energiewende setzt, kommt an Siemens Energy kaum vorbei. Am 11. Februar folgen die Quartalszahlen – und die Erwartungen sind hoch.

Dassault & Nvidia: Wenn Industrie-Software auf KI-Power trifft

Weniger spektakulär, aber strategisch mindestens ebenso bedeutsam: Dassault Systèmes und Nvidia haben eine langfristige Partnerschaft angekündigt. Die Franzosen, bekannt für ihre 3D-Design-Software, wollen gemeinsam mit dem KI-Riesen aus Kalifornien „Industry World Models“ entwickeln – digitale Zwillinge, die Produkte und Fabriken virtuell abbilden und optimieren. Die Technologie könnte Branchen wie Automobilbau, Pharma und Fertigung revolutionieren, indem sie Entwicklungszyklen verkürzt und Kosten senkt.

Dassault CEO Pascal Daloz formulierte die Vision klar: „Wir bauen World Models, die Virtual Twins und beschleunigtes Computing vereinen, um komplexe Systeme in Biologie, Materialwissenschaft, Engineering und Fertigung mit Vertrauen zu entwerfen.“ Nvidia-Gründer Jensen Huang ergänzte: „Physical AI ist die nächste Grenze der künstlichen Intelligenz.“ Konkret bedeutet das: Dassaults Software wird künftig auf Nvidias AI-Infrastruktur laufen, inklusive der neuesten Omniverse-Plattform. Unternehmen wie Lucid Motors, Omron und Bel Group sind bereits als Partner an Bord. Für Anleger ist die Botschaft eindeutig: Die Verschmelzung von Industrie-Software und KI ist kein Zukunftsszenario mehr – sie passiert jetzt.

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Edelmetalle: Die Ruhe nach dem Sturm

Nach dem dramatischen Absturz von Gold und Silber am Montag – Gold verlor zeitweise 9 Prozent an einem Tag – zeigt sich heute eine kräftige Gegenbewegung. Gold kletterte um 5,4 Prozent auf 4.911 Dollar je Feinunze, Silber legte sogar um knapp 10 Prozent zu. Doch die hohe Volatilität mahnt zur Vorsicht. Auslöser des Absturzes war die überraschende Nominierung von Kevin Warsh als künftiger Fed-Chef – ein Falke, der 2010 gegen die lockere Geldpolitik gestimmt hatte. Die Märkte interpretierten die Personalie als Signal für straffere Geldpolitik, was Gold unter Druck setzte.

Rohstoffaktien profitierten von der Erholung und führten heute die Gewinnerliste in Europa an – plus 2,3 Prozent im Schnitt. Doch die Frage bleibt: War das nur eine technische Gegenbewegung oder der Beginn einer nachhaltigen Stabilisierung? Analysten warnen vor voreiligen Schlüssen. Die Unsicherheit über die künftige Fed-Politik bleibt hoch, zudem belastet der andauernde Haushaltsstreit in den USA die Stimmung. Die für Freitag geplante Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts wurde wegen des „Shutdowns“ abgesagt – ein weiteres Zeichen der Unsicherheit. Für Edelmetall-Anleger gilt: Wer auf Gold als Inflationsschutz setzt, sollte Schwankungen aushalten können. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Korrektur abgeschlossen ist oder nur eine Pause im Abwärtstrend.

Deutsche Börsen: SAP wackelt, Siemens lauert

An den deutschen Börsen sorgt eine andere Frage für Spannung: Wer ist der wertvollste DAX-Konzern? Jahrelang galt SAP als unangefochtener Spitzenreiter, doch nach dem Kursrutsch der vergangenen Wochen ist der Vorsprung geschmolzen. SAP kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von 216 Milliarden Euro, Siemens liegt mit 208 Milliarden Euro dicht dahinter. Vorübergehend hatte Siemens SAP sogar überholt – ein symbolischer Moment. Die SAP-Aktie verlor im Jahresverlauf 14,7 Prozent, belastet durch enttäuschende Cloud-Zahlen und die Ankündigung eines 10-Milliarden-Euro-Aktienrückkaufs, den Anleger als falsch getimtes Signal werteten.

Für SAP bleibt die Cloud-Transformation entscheidend. Der Konzern will weg von klassischen Lizenzverkäufen hin zu wiederkehrenden Erlösen – ein Modell, das langfristig höhere Bewertungen rechtfertigen kann, kurzfristig aber Geduld erfordert. Siemens hingegen profitiert von der Energiewende und der Digitalisierung der Industrie. Am Mittwoch stehen die Quartalszahlen von Siemens an, am 11. Februar folgt Siemens Energy. Die Börse wird genau hinsehen – und entscheiden, wer künftig die Pole Position im DAX hält.

Was die Woche bringt

Die kommenden Tage versprechen weitere Spannung: Am Mittwoch öffnet Alphabet seine Bücher, am Donnerstag folgt Amazon. Beide Tech-Giganten stehen unter Beobachtung – können sie die hohen Erwartungen erfüllen? Am Donnerstag entscheidet zudem die Europäische Zentralbank über die Zinsen, am Freitag die Bank of England. Und nicht zuletzt: Die Quartalssaison läuft auf Hochtouren, über 100 S&P-500-Unternehmen berichten diese Woche. Für Anleger bedeutet das: Volatilität bleibt an der Tagesordnung, aber auch Chancen für jene, die genau hinsehen.

Bleiben Sie wachsam – und bis morgen!

Ihr Andreas Sommer

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Über mich: Erfahrung für Ihren Anlageerfolg

Als Finanzanalyst und Börsenjournalist beschäftige ich mich seit über vier Jahrzehnten intensiv mit den Finanzmärkten. Meine Spezialisierung liegt auf der Analyse wachstumsstarker Aktien und der Entwicklung von Anlagestrategien, die fundamentale Bewertung mit technischer Analyse kombinieren.

Ein zentraler Aspekt ist das Timing („Timing is Money“), denn Risikobegrenzung ist essenziell („Vermeiden ist besser als Verlieren!“). Mein Ziel ist es, Ihnen klare Orientierung in dynamischen Märkten zu bieten.

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