Mit einer Investition von zehn Millionen US-Dollar baut PepsiCo seine Präsenz im Nahen Osten aus. Am Montag eröffnete der Konzern ein neues regionales Forschungs- und Entwicklungszentrum in Riad. Die Anlage soll sämtliche Innovationsstufen an einem Standort bündeln und Produkte gezielt an regionale Konsumgewohnheiten anpassen.

Der neue Standort in Saudi-Arabien entwickelt eigene Aromen sowie Verpackungen für den Nahen Osten und beschäftigt lokale Wissenschaftler und Ingenieure. Bei der Eröffnung war unter anderem Khalil bin Ibrahim bin Salameh, saudi-arabischer Vize-Minister für Industrie und mineralische Ressourcen für industrielle Angelegenheiten, anwesend.

Die Einrichtung arbeitet eng mit dem weltweiten Entwicklungsnetzwerk des Konzerns zusammen, zu dem Standorte in Deutschland, den USA, Mexiko, Brasilien und China zählen.

Fokus auf lokale Konsumgewohnheiten

Ahmed El Sheikh, CEO für MENA und Pakistan Foods bei PepsiCo, erklärte, das Zentrum helfe dabei, lokal zu innovieren, statt globale Produkte nur anzupassen. Zur Ausstattung gehören spezielle Labore für Qualitätstests, Seasoning und Verpackungen sowie eine kulinarische Entwicklungsküche.

Ein sogenannter Consumer Immersion Space mit Rundum-Bildschirmen und Klimasteuerung simuliert verschiedene Umgebungen wie Strände oder Kinosäle. Majed Oushi, Forschungsleiter für den Nahen Osten, hob hervor, dass Anregungen der Konsumenten erstmals in Echtzeit an einem einzigen Ort aufgegriffen werden können.

Die stärkere regionale Verwurzelung der Wertschöpfungskette soll die Marktposition im Nahen Osten festigen. Für globale Konsumgüterhersteller gewinnt die Differenzierung vor Ort an Bedeutung, um veränderten Verbraucherpräferenzen gerecht zu werden. PepsiCo begegnet dem intensiven Wettbewerb im Snack- und Getränkesektor damit zunehmend durch maßgeschneiderte Rezepturen, die direkt auf die Wünsche regionaler Zielgruppen abgestimmt sind.

Aktie notiert nahe Jahrestief

An den Finanzmärkten spiegeln sich die operativen Herausforderungen der Branche im Kursverlauf wider. Die Aktie von PepsiCo ging am Montag bei 113,12 Euro aus dem Handel. Damit notiert das Papier lediglich 1,4 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief bei 111,52 Euro.

Parallel zur Stärkung der Innovationskraft in ausgewählten Regionen überprüft das Management die Effizienz der bestehenden Lieferketten. Im US-Bundesstaat Maryland stellt der Konzern nach über sechs Jahrzehnten die Produktion im Abfüllwerk Cheverly ein, wovon 143 Mitarbeiter betroffen sind.

Mit solchen Standortbereinigungen reagiert das Unternehmen auf den technologischen Wandel und das veränderte Nachfrageverhalten, um Kostenstrukturen im Kerngeschäft abzusichern.