Pernod Ricard Aktie: Trügerische Gelassenheit

Der französische Spirituosenkonzern verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 einen deutlichen Rückgang von Umsatz und Gewinn, insbesondere in den USA und China, und senkt seine Investitionsausgaben.

Pernod Ricard Aktie
Kurz & knapp:
  • Nettogewinn bricht um 17 Prozent ein
  • Umsatzrückgang in den USA und China
  • Strategische Investitionen werden gekürzt
  • Freier Cashflow verbessert sich leicht

Harter Dämpfer für Pernod Ricard: Der französische Spirituosenriese hat heute seine Halbjahreszahlen vorgelegt – und die fallen ernüchternd aus. Der Nettogewinn brach im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 um 17 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro ein. Noch drastischer: Der Gewinn aus dem wiederkehrenden Geschäft sackte um satte 20,1 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro ab. Der Umsatz ging um 15 Prozent auf 5,25 Milliarden Euro zurück, organisch minus 5,9 Prozent.

Die Probleme konzentrieren sich auf zwei Schlüsselmärkte: Die USA zeigen sich weiterhin schwach, mit einem organischen Rückgang von 15 Prozent. Der Spirituosenmarkt dort bleibt im Krisenmodus. Noch brutaler trifft es China – hier brachen die Verkäufe um 28 Prozent ein. Ein verschärftes regulatorisches Umfeld belastet das hochpreisige Geschäft, während schwache Verbraucherstimmung zusätzlich drückt. Die Prestige-Marken Martell und Chivas leiden besonders unter diesen Bedingungen.

Investitionskürzung als Notbremse

CEO Alexandre Ricard verkündet jetzt eine drastische Korrektur: Die strategischen Investitionen für das Geschäftsjahr 2026 werden von geplanten 900 Millionen Euro auf nur noch 750 Millionen Euro zusammengestrichen. Das sind satte 150 Millionen Euro weniger als ursprünglich vorgesehen. Offenbar soll Kapital für andere Prioritäten freiwerden – oder schlicht die Liquidität geschont werden.

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Die operative Marge verteidigte Pernod Ricard zwar noch, allerdings nur durch drastische Sparmaßnahmen. Die Strukturkosten wurden um 10 Prozent gesenkt, getrieben durch das neue „Fit for Future“-Betriebsmodell und strikte Kostendisziplin. Immerhin: Der freie Cashflow verbesserte sich um 9,5 Prozent auf 482 Millionen Euro – trotz des Gewinneinbruchs.

Verschuldung bleibt problematisch

Die Nettoverschuldung liegt bei 11,17 Milliarden Euro. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA erreicht 3,8 – keine kritische Marke, aber auch kein Grund zur Entwarnung. CFO Helene de Tissot verkündet immerhin einen kleinen Hoffnungsschimmer: Das mittelfristige Ziel bei der Cash-Umwandlung will man bereits 2026 erreichen, ein Jahr früher als geplant.

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Für das laufende Geschäftsjahr bleibt Pernod Ricard bei seiner Einschätzung eines „Übergangsjahres“ mit sich verbessernden Trends beim organischen Umsatz. Die Verbesserung soll sich dabei auf das zweite Halbjahr konzentrieren. Mittelfristig bis 2029 peilt der Konzern ein organisches Umsatzwachstum von 3 bis 6 Prozent pro Jahr an – bei jährlicher Margenausweitung.

Ob die Rechnung aufgeht, muss sich zeigen. Fest steht: Die Aktie steht unter Druck. Zuletzt notierte der Titel bei 81,70 Euro, ein Minus von 3,61 Prozent. Die Märkte reagieren nervös auf die schwachen Zahlen und die Investitionskürzungen. Vorerst bleiben die Bären am Drücker.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.