Öl kostet aktuell mehr als 110 US-Dollar pro Barrel. Petrobras-Chefin Magda Chambriard bereitet ihren Konzern auf ein völlig anderes Szenario vor. Sie rechnet bis Ende 2026 mit einem Preisverfall auf rund 70 Dollar. Dieser Ausblick prägt nun die gesamte Strategie des brasilianischen Staatskonzerns.
Pessimistischer als die Wall Street
Mit dieser Prognose stellt sich Chambriard gegen die großen Investmentbanken. Goldman Sachs geht für 2026 von 94 Dollar aus. JP Morgan erwartet sogar 98 Dollar. Die Petrobras-Führung plant stattdessen extrem konservativ. Alle neuen Projekte müssen auch bei niedrigen Preisen profitabel bleiben. Das Management rechnet mit einer Rückkehr zu historischen Durchschnittswerten.
Neue Machtverhältnisse bei Braskem
Parallel dazu ordnet Petrobras seine Beteiligungen neu. Der Konzern übernimmt die geteilte Kontrolle beim kriselnden Petrochemie-Riesen Braskem. Ein neuer Aktionärsvertrag regelt die Machtverteilung mit dem Investor IG4. Beide Partner stellen künftig gleich viele Vorstände und Aufsichtsräte. Chambriard selbst ist für den Vorsitz im Aufsichtsrat nominiert. IG4 hält fortan die knappe Mehrheit der Stimmrechte. Petrobras behält seinen Anteil von 47 Prozent.
Das Ziel: mehr Einfluss ohne teure Komplettübernahme. Braskem sitzt nämlich auf einem gewaltigen Schuldenberg. Die Nettoverschuldung lag Ende 2025 bei 7,5 Milliarden Dollar. Die Wirtschaftsprüfer von KPMG warnten bereits vor bestandsgefährdenden Risiken. Eine außergerichtliche Umschuldung gilt als wahrscheinlich. Selbst ein formelles Insolvenzverfahren ist nicht völlig ausgeschlossen.
Starke Kursentwicklung vor Quartalszahlen
An der Börse kommt der strategische Kurs gut an. Die Petrobras-Aktie notiert aktuell bei 7,93 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein sattes Plus von rund 59 Prozent auf der Anzeigetafel. Damit bewegt sich das Papier nahe am 52-Wochen-Hoch.
Die Bewährungsprobe für die neue Strategie folgt in wenigen Wochen. Am 11. Mai veröffentlicht Petrobras die Ergebnisse für das erste Quartal. Einen Tag später stellt sich das Management den Fragen der Investoren. Der konservative Planungsansatz bei den Ölpreisen erfüllt einen klaren Zweck. Petrobras will seine Dividenden auch in schwächeren Marktphasen absichern.
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