Vier Prozent Kursplus an einem einzigen Tag — und das trotz geopolitischer Turbulenzen. Hinter dem Kurssprung der Petrobras-Aktie steckt mehr als nur gute Stimmung: Die Jahreshauptversammlung vom 16. April hat eine Machtfrage aufgeworfen, die den Konzern noch Monate beschäftigen wird.
Regierung gegen Minderheitsaktionäre
Die brasilianische Regierung hält 37 Prozent der Anteile und nominierte acht der elf Aufsichtsratssitze. Als Vorsitzenden schlug sie Guilherme Mello vor, Staatssekretär im Planungsministerium. CEO Magda Chambriard soll ebenfalls im Gremium bleiben.
Doch Minderheitsaktionäre schlugen zurück. Institutionelle Investoren wie Robeco, Franklin Templeton und Royal London Asset Management stellten eigene Kandidaten auf. Zwei führende Aktionärsberatungsfirmen empfahlen diese Gegenkandidaten ausdrücklich — als Korrektiv gegen den Einfluss von Präsident Lula.
Wie viele Sitze die Minderheitsaktionäre letztlich sicherten, entscheidet darüber, ob Petrobras künftig unabhängiger von politischen Kalkulationen agieren kann.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Petrobras?
Milliarden-Budget und Dividende beschlossen
Auf der Tagesordnung stand auch das Zahlenwerk für 2025 und 2026. Der Nettogewinn 2025 lag bei rund 110 Milliarden Reais. Die Dividende beträgt 3,20 Reais je Aktie — insgesamt rund 41 Milliarden Reais.
Das Investitionsbudget für 2026 umfasst 114 Milliarden Reais. Den Löwenanteil von 83,6 Milliarden Reais erhält die Exploration und Produktion. Raffinerie und Transport bekommen knapp 20 Milliarden Reais, Gas und Niedrigemissionsenergie 7,5 Milliarden Reais.
Analysten drehen auf Kauf
Parallel zur Hauptversammlung kamen zwei Upgrades. JPMorgan hob das Kursziel von 16,50 auf 24 Dollar und bekräftigte die Übergewichtung — mit Verweis auf Cashflow-Stärke und das aktuelle Ölpreisniveau. Bradesco BBI stufte die Aktie von Neutral auf Outperform hoch, mit einem Ziel von 19 Dollar.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Petrobras?
Ein globales und ein lokales Analystenhaus, die gleichzeitig bullish werden: Das gab dem Kurs zusätzlichen Schub.
Der Preisstop als Risikofaktor
Das zentrale Spannungsfeld bleibt ungelöst. Der Krieg hat den Rohölpreis um mehr als 30 Prozent nach oben getrieben. Petrobras hat die Benzinpreise dennoch eingefroren — um Verbraucher zu schützen und Lula im Wahljahr nicht zu belasten.
Ein Bloomberg-Intelligence-Analyst formulierte es klar: Petrobras habe die Preise stabil gehalten, um keine Volatilität weiterzugeben. Das werde sich ändern müssen, sobald sich die Preise auf höherem Niveau stabilisieren.
Ob der neu zusammengesetzte Aufsichtsrat dann den Druck der Investoren nach Preisanpassungen durchsetzen kann oder sich dem politischen Kalkül des Präsidenten beugt, wird die entscheidende Frage der kommenden Monate sein.
Petrobras-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Petrobras-Analyse vom 17. April liefert die Antwort:
Die neusten Petrobras-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Petrobras-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Petrobras: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


