Der brasilianische Energiekonzern Petrobras baut seine Offshore-Präsenz massiv aus. Das Unternehmen hat sich in den jüngsten Lizenzierungsrunden der brasilianischen Erdölbehörde ANP insgesamt 21 neue Explorationsblöcke gesichert. Die Aktie reagierte gestern mit einem Zuwachs von 3,5 Prozent und schloss bei 9,28 Euro.

Großoffensive im Campos- und Ceará-Becken

Durch den Auktionserfolg vergrößert Petrobras sein Explorationsportfolio um mehr als 18.000 Quadratkilometer. Unternehmensangaben zufolge verteilen sich die neu gewonnenen Flächen im Wesentlichen auf zwei Schwerpunktregionen: Zwölf Blöcke liegen im traditionsreichen Campos-Becken, während sieben weitere Areale im Ceará-Becken gemeinsam mit dem Partner QatarEnergy erschlossen werden sollen. Hinzu kommen die Einzelfelder Azurita sowie Cruzeiro do Sul.

Für die Zuteilung der Förderrechte verpflichtet sich Petrobras zu festen Zahlungen an den brasilianischen Staat. Die fälligen Signaturboni belaufen sich auf insgesamt 3.219.251.245,60 R$. Diese Summe ist laut Unternehmensmitteilung bis zum 30. Dezember 2026 zu begleichen. Mit diesem Schritt bindet der Konzern erhebliche finanzielle Mittel, stellt jedoch gleichzeitig die Weichen für die langfristige Rohstoffförderung vor der heimischen Küste.

Rückenwind durch Rohölpreise und Ausbaupläne

Die Zukäufe fallen in eine Phase spürbarer Dynamik im gesamten Ölsektor. Laut Reuters kletterten die Notierungen für die globale Referenzsorte Brent um 4,2 Prozent. Marktbeobachter verwiesen dabei auf anhaltende Sorgen um Lieferausfälle im Nahen Osten sowie Angriffe auf Schiffe im Persischen Golf und der Straße von Hormus. Dieses feste Rohstoffumfeld begünstigte die Kursgewinne der internationalen Ölkonzerne.

Für Petrobras reiht sich der Erwerb der 21 Blöcke in eine Kette operativer Weichenstellungen ein. Erst am 2. Oktober meldete das Unternehmen einen weiteren Ölfund bei der Bohrung Morpho im Block FZA-M-59 vor der Küste von Amapá in 2.886 Metern Wassertiefe.

Die Entdeckung liefert wichtige Erkenntnisse zur Beurteilung des Rohstoffpotenzials im Foz do Amazonas-Becken. Parallel dazu vergab der Konzern Anfang der Woche einen Vertrag an den Dienstleister TechnipFMC über flexible Unterwasser-Rohrsysteme für Offshore-Projekte vor Brasilien.

Aktie notiert nahe Rekordniveau

Anleger honorieren den Ausbau der Rohstoffbasis und die günstige Branchenlage. Mit dem gestrigen Kursanstieg rückte das Papier bis auf 0,4 Prozent an sein 52-Wochen-Hoch von 9,31 Euro heran. Die Kombination aus neuen Offshore-Lizenzen und Explorationsfortschritten festigt die Marktposition des Konzerns, während die anstehenden Milliardenzahlungen bis Ende 2026 planmäßig in die Investitionsrechnung einfließen.