Schwere Vorwürfe gegen KTM: Das Tochterunternehmen von Pierer Mobility soll Enduro-Motorräder mit „Alibi-Zulassungen“ verkauft haben. Medien wie ZDF, Spiegel und FAZ berichten über eine mutmaßliche Diskrepanz zwischen offizieller Zulassung und technischer Auslegung. KTM weist die Vorwürfe entschieden zurück. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat bereits Ermittlungen aufgenommen.

Der Vorwurf: 15 PS zugelassen, 50 PS gefahren

Im Zentrum steht die Praxis, Enduro-Modelle gedrosselt mit 15 PS für den Straßenverkehr zuzulassen. Laut Medienberichten soll den Käufern ein Umbausatz beigelegt werden, der eine Leistungssteigerung auf 50 PS ermöglicht. Kritiker befürchten, dass die Maschinen in diesem Zustand die zulässigen Abgaswerte überschreiten.

KTM selbst betont die Rechtskonformität aller verkauften Fahrzeuge. Das Unternehmen klassifiziert die betroffenen Enduros als Sportgeräte mit Straßenzulassung. Die Vorwürfe bezeichnet der Konzern als fundamentales Missverständnis.

Reaktion an der Börse

Anleger reagierten verunsichert. Die Aktie fiel am Donnerstag um 2,1 Prozent auf 19,56 Euro. Doch der Rücksetzer relativiert sich im größeren Bild: Auf 12-Monatssicht steht ein Plus von 6,9 Prozent, seit Jahresanfang sogar ein Gewinn von über 30 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch bei 21,50 Euro liegt nur neun Prozent über dem aktuellen Kurs.

Die Volatilität bleibt mit annualisiert über 80 Prozent extrem hoch — ein Zeichen für die Unsicherheit unter Marktteilnehmern.

Was jetzt zählt

Das Kraftfahrt-Bundesamt ermittelt. Auf politischer Ebene werden Forderungen nach Aufklärung laut. Für Pierer Mobility kommt der Zeitpunkt ungünstig: Nach Jahren der Expansion steht der Konzern unter gestiegenem Kosten- und Margendruck. Ob die Behörden auf Mängel oder formale Verstöße stoßen, entscheidet über das weitere Kursrisiko. Eine schnelle Entwarnung zeichnet sich nicht ab.