Ein Satellitensystem, das Waldbrände erkennt und automatisch hochauflösende Aufnahmen bestellt: Genau das soll Planet Labs für Slowenien bauen. Die Europäische Weltraumagentur ESA hat die Planet-Tochter Sinergise Solutions mit dem Pilotprojekt beauftragt. Es ist ein kleiner Auftrag mit Signalwirkung für das Geschäft mit europäischen Behörden.
Vom Alarm zum Bild in Stunden
Das Projekt heißt Slovenia Space Resilience Node und läuft zwölf Monate. Es entsteht im ESA-Programm „European Resilience from Space“. Auftraggeber im Land ist die Zivilschutzbehörde im Verteidigungsministerium.
Das System wertet offene Copernicus-Daten und PlanetScope-Aufnahmen selbstständig aus. Erkennt es Anomalien oder überschrittene Schwellenwerte, löst es automatisch eine Anfrage für hochauflösende Bilder aus, etwa über die Pelican-Flotte. Die Aufnahmen landen binnen Stunden direkt in der Kartenansicht der Einsatzkräfte. Branchenjargon dafür: „Tip-and-Cue“.
Zunächst konzentriert sich der Prototyp auf Waldbrände auf rund 20.000 Quadratkilometern. Später ließe er sich auf Überschwemmungen, Erdrutsche und andere Naturgefahren ausweiten. Planet sieht in Slowenien eine Blaupause für zivile Behörden in ganz Europa. Sinergise arbeitet seit mehr als zehn Jahren mit der ESA zusammen.
Aktie unter Druck
Börsianer dürften den Auftrag eher als Imagegewinn denn als Umsatztreiber werten. Die Aktie hat zuletzt deutlich nachgegeben: Zuletzt lag sie bei rund 16 Dollar, binnen einer Woche ging es um 14 Prozent bergab, in sechs Monaten um mehr als die Hälfte. Der Börsenwert liegt bei etwa 6,25 Milliarden Dollar.
Dabei lieferte das Unternehmen zuletzt starke Zahlen. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 stieg der Umsatz um 58 Prozent auf 116,1 Millionen Dollar, getragen von Verteidigungs- und Geheimdienstkunden. Der bereinigte Gewinn lag bei 0,02 Dollar je Aktie, erwartet war ein Verlust. Der Ausblick für das dritte Quartal fiel jedoch rund zehn Prozent unter dem Konsens aus, die Jahresprognose hob das Management leicht an.
Needham senkte daraufhin das Kursziel auf 40 von 53 Dollar und verwies auf Verschiebungen beim Umsatz. Das Votum „Buy“ blieb. Zuvor hatte Planet einen Vertrag über 25 Millionen Euro mit dem Bundesinnenministerium gewonnen. Deutschland ist damit die erste zivile Regierung weltweit, die Planets Constellation Services nutzt.
Zuletzt verkaufte Direktorin Ita Brennan im Rahmen eines vorab aufgesetzten Handelsplans 11.500 Aktien für knapp 190.000 Dollar. Der Verkauf war bereits im Januar 2026 terminiert und gilt deshalb als Routine.
Der Slowenien-Pilot läuft zwölf Monate. Gelingt der Nachweis, dass die automatisierte Kette aus Erkennung und Tasking im Ernstfall funktioniert, hat Planet ein vorzeigbares Referenzprojekt für weitere europäische Zivilschutzbehörden.
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