Mehr Marketingbudget, weniger Kurs. Planet Ventures steckt in einem Widerspruch, der Anleger zunehmend nervös macht: Das Unternehmen pumpt frisches Geld in Investorenkommunikation — während die Aktie gleichzeitig abstürzt.

Freier Fall trotz Millionen-Kampagne

Der Kurs schloss am Freitag bei 0,18 US-Dollar. Das entspricht einem Tagesverlust von über zehn Prozent und einem Rückgang von mehr als 32 Prozent in den vergangenen 30 Tagen. Der 14-Tage-RSI liegt bei 30,7 — technisch überverkauft.

Ausgerechnet in dieser Phase hat Planet Ventures seinen Vertrag mit der Marketingfirma Investor Insights Systems (IIS) ausgeweitet. Das Unternehmen zahlt zusätzlich 350.000 US-Dollar für digitale Werbung und Investorenkommunikation. Die Kampagne läuft 60 Tage — oder bis das Budget erschöpft ist. Bereits zuvor hatte Planet Ventures IIS mit rund 74.000 kanadischen Dollar für eine separate Medienkampagne beauftragt.

Die Reaktion des Marktes war eindeutig. Am Tag der Ankündigung fiel die Aktie um weitere 6,4 Prozent.

Antaris und die JANUS-2-Mission

Neben der Marketingmeldung kommunizierte Planet Ventures einen konkreten Fortschritt bei seiner Portfoliobeteiligung Antaris. Das Raumfahrtunternehmen hat eine Kooperationsvereinbarung mit Transcelestial unterzeichnet. Gemeinsam wollen sie eine Überwachungs- und Kommunikationsarchitektur im niedrigen Erdorbit entwickeln. Der Nachweis soll auf der JANUS-2-Mission erfolgen — geplant für das vierte Quartal 2026.

Das Konzept verbindet Sensorik mit optischer Hochgeschwindigkeitskommunikation. Antaris zielt damit auf kommerzielle und Verteidigungskunden. Zu den Investoren des Unternehmens zählen unter anderem Lockheed Martin Ventures und WestWave Capital.

Planet Ventures hält eine Eigenkapitalbeteiligung an Antaris und profitiert indirekt von dessen Fortschritten.

Marketing als letztes Mittel?

Der globale Raumfahrtsektor wächst. Private Investitionen kletterten 2025 auf ein Rekordhoch von 12,4 Milliarden US-Dollar — ein Plus von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser Rückenwind hat Planet Ventures bislang nicht geholfen.

Das Muster der vergangenen Wochen ist beunruhigend: steigende Marketingausgaben, fallender Kurs. Ohne einen fundamentalen Katalysator — etwa ein konkretes Ergebnis der JANUS-2-Mission oder eine Antaris-Finanzierungsrunde — dürfte die IIS-Kampagne allein kaum ausreichen, um den Abwärtstrend zu stoppen. Die 60-Tage-Frist läuft bis Mitte August.