Plug Power meldet Fortschritte im internationalen Wasserstoffgeschäft. Der Aktienkurs zeigt davon wenig. Die Schere zwischen operativen Erfolgen und Börsenreaktion wird bei diesem Unternehmen immer größer.
Der Wasserstoffkonzern hat für sein Projekt Hunter Valley Hydrogen Hub in Australien die finale Investitionsentscheidung getroffen. Das Vorhaben in Newcastle, New South Wales, erhält eine Förderung von 432 Millionen australischen Dollar aus dem Hydrogen-Headstart-Programm. Geplant ist eine Jahresproduktion von rund 4.700 Tonnen grünem Wasserstoff mit den GenEco-PEM-Elektrolyseuren von Plug Power.
Der Wasserstoff soll bei Orica Erdgas in der Ammoniakproduktion ersetzen. Damit erweitert Plug Power sein Portfolio auf sechs Kontinente. Erst im Mai 2026 hatte bereits das britische Projekt Barrow Green Hydrogen mit 30 Megawatt seine finale Investitionsentscheidung erreicht.
Verkäufe sollen Kasse auffüllen
Parallel zum Projektausbau treibt Plug Power den Verkauf von Vermögenswerten voran. Am 13. Juli 2026 unterzeichnete das Unternehmen zwei Vereinbarungen mit Stream US Data Centers. Ziel ist eine Verbesserung der Liquidität um mehr als 275 Millionen Dollar.
Ein Baustein ist der Verkauf des Graham-Projekts in Texas. Land und Netzanschlussrechte mit 164 Megawatt Kapazität gehen für bis zu 76,5 Millionen Dollar an Stream. Der Deal soll bis zum 31. Juli 2026 abgeschlossen sein und inklusive freigegebener Barsicherheiten von rund 14 Millionen Dollar insgesamt bis zu 90,5 Millionen Dollar an Liquidität bringen.
Die zweite Vereinbarung betrifft das bereits angekündigte New-York-Gateway-Projekt. Plug Power hat den Kaufpreis nun auf 142 Millionen Dollar fixiert. Der Abschluss für die Nicht-Land-Vermögenswerte verschiebt sich auf den 31. März 2027, um Zeit für regulatorische und Umweltprüfungen zu schaffen. Beide Transaktionen zusammen sollen kurzfristig mehr als 80 Millionen Dollar an zusätzlicher Liquidität liefern. Zum 30. Juni 2026 verfügte Plug Power über rund 162 Millionen Dollar an frei verfügbaren Barmitteln.
Der Kurs bleibt unter Druck
Trotz der operativen Fortschritte gibt die Aktie deutlich nach. Am Mittwoch schloss das Papier bei 1,93 Euro. Binnen sieben Tagen verlor die Aktie 7,4 Prozent, auf Monatssicht sogar 17,06 Prozent.
Seit Jahresbeginn steht dennoch ein leichtes Plus von 1,78 Prozent zu Buche. Über zwölf Monate beträgt der Gewinn sogar 47,49 Prozent. Die Aktie hat einen weiten Weg hinter sich: Vom Jahreshoch bei 3,72 Euro am 2. Juni 2026 trennen sie inzwischen 48,01 Prozent.
Zum Jahrestief von 1,21 Euro vom 1. August 2025 hält die Aktie dagegen noch einen Abstand von 60,15 Prozent nach oben. Der 14-Tage-RSI liegt bei 29,4 — ein Wert, der auf eine überverkaufte Situation hindeutet. Auch der Abstand zu den gleitenden Durchschnitten fällt deutlich aus: Zum 50-Tage-Durchschnitt von 2,68 Euro fehlen 27,77 Prozent, zum 200-Tage-Durchschnitt von 2,25 Euro sind es 14,12 Prozent.
Die Kombination aus neuen Projekten und Vermögensverkäufen zeigt die Doppelstrategie des Managements: Wachstum vorantreiben und gleichzeitig die Bilanz stabilisieren. Ob das reicht, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, hängt nun stark vom Abschluss der Stream-Transaktionen bis Ende Juli ab.
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