Die südkoreanische Posco Group plant bis zum Jahr 2035 eine massive Ausweitung ihrer Geschäftsaktivitäten und setzt dabei verstärkt auf Rohstoffe und technologische Innovationen. Wie das Unternehmen im Rahmen seiner langfristigen Strategie bekannt gab, wird ein Jahresumsatz von 187 Billionen Won angestrebt. Der operative Gewinn soll in diesem Zeitraum auf 13,1 Billionen Won steigen. Um dieses Wachstum zu sichern, fokussiert sich der Konzern auf die drei Säulen Stahl, strategische Ressourcen und Energie.
Massive Expansion im Stahl- und Lithiumsegment
Für die kommenden zwei Jahre hat die Konzernleitung ein umfangreiches Investitionsprogramm aufgelegt. Zwischen 2026 und 2028 sollen insgesamt 16,7 Billionen Won in den Ausbau der Kapazitäten fließen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der internationalen Stahlproduktion. Bis zum Jahr 2031 plant Posco, die Erzeugung um zehn Millionen Tonnen zu steigern. Hierbei stehen insbesondere die Märkte in Indien, den USA und Indonesien im Mittelpunkt der Expansionspläne.
Parallel dazu treibt das Unternehmen seine Transformation zum Rohstoffversorger für die Elektromobilität voran. Das Ziel ist es, bis 2033 eine jährliche Kapazität von 173.000 Tonnen Lithium zu erreichen. Damit würde Posco zu den fünf weltweit führenden Produzenten dieses für Batterien essenziellen Metalls aufsteigen. Im Zuge dieser Neuausrichtung plant die Gruppe zudem, die Beteiligungen an ihren börsennotierten Tochtergesellschaften auf jeweils rund 50 Prozent zu optimieren.
Technologische Offensive in der Handelsfinanzierung
Neben den industriellen Großprojekten setzt die Tochtergesellschaft Posco International auf modernste Digitaltechnologien. Gemeinsam mit dem Partner LG CNS wurde gestern der erfolgreiche Abschluss eines Pilotprojekts bekannt gegeben, das Blockchain-Technologie und Künstliche Intelligenz in der Handelsfinanzierung kombiniert. Durch die Nutzung eines gemeinsamen Hauptbuchs konnten Transaktionsdaten in Echtzeit geteilt und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen tokenisiert werden.
Diese sogenannten Real-World Assets (RWA) wurden auf der Injective-Blockchain abgebildet, um die Liquidität zu erhöhen und das Risikomanagement zu automatisieren. Ein KI-Agent unterstützte dabei die Prüfung von Akkreditiven. Laut Medienberichten validierte der Testlauf eine deutliche Steigerung der operativen Effizienz. Ein regulärer Pilotbetrieb dieser Technologie soll bereits in der zweiten Jahreshälfte 2026 aufgenommen werden.
Kurs unter Druck trotz langfristiger Ziele
An der Börse wird die ambitionierte Wachstumsstrategie heute von einem schwierigen Marktumfeld überschattet. Die Aktie verzeichnete eine Tagesveränderung von -7,12 Prozent. Mit einem aktuellen Kurs von 293.500,00 KRW notiert das Papier nur noch 0,51 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief. Damit reagiert der Wert empfindlich auf die allgemeine Schwäche im Sektor der Batteriehersteller, wo Unternehmen wie LG Energy Solution zuletzt schwache Quartalsergebnisse meldeten.
Unterstützung könnte jedoch aus den USA und Indien kommen. Die Analysten von Nomura berichteten jüngst von einer Erholung der Preise für Baustahl auf dem indischen Markt, was den dortigen Expansionsplänen von Posco entgegenkommen dürfte. Zudem dauern die Verhandlungen mit dem US-Stahlkonzern Cleveland-Cliffs an. Cleveland-Cliffs berichtete gestern von einer anhaltenden Nachfrage aus der Automobilindustrie und bestätigte, dass die Gespräche mit den südkoreanischen Partnern fortgeführt werden. Ziel dieser Kooperationen ist es, die Marktposition in Nordamerika weiter zu festigen.
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