Schwache Zahlen, volle Auftragsbücher — bei PowerCell Sweden liegen Enttäuschung und Hoffnung derzeit nah beieinander. Der schwedische Brennstoffzellen-Spezialist schockte den Markt am Donnerstag mit einem massiven Margen-Einbruch. CEO Richard Berkling nannte das Ergebnis unakzeptabel.

Einbruch der operativen Marge

Der bereinigte Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um 46 Prozent auf 37 Millionen SEK. Besonders dramatisch entwickelte sich die Bruttomarge. Sie kollabierte von über 60 Prozent auf 10,5 Prozent. Damit verfehlte das Unternehmen sein mittelfristiges Ziel von 25 Prozent deutlich.

Unter dem Strich steht ein operativer Verlust (EBITDA) von 44 Millionen SEK. Im Vorjahreszeitraum hatte PowerCell noch einen Gewinn erzielt. Der Nettoverlust summierte sich im abgelaufenen Quartal auf 51,2 Millionen SEK.

Fokus auf KI-Infrastruktur

Einen Kontrast zur schwachen Bilanz bietet der Auftragseingang. Dieser kletterte im Vergleich zum Vorquartal um 72 Prozent auf 86 Millionen SEK. Ein Großauftrag aus den USA treibt die Hoffnung der Anleger. PowerCell liefert Brennstoffzellen für ein KI-Rechenzentrum in Kalifornien.

Der Auftrag des US-Partners ECL umfasst rund 30 Millionen SEK. Eine zusätzliche Absichtserklärung über 300 Megawatt Kapazität unterstreicht das langfristige Potenzial. Großaktionär Bosch unterstützt das Vorhaben als strategischer Partner bei Produktion und Service in Nordamerika.

Das Management reagiert auf die Verluste mit einem neuen Sparprogramm. Erste messbare Erfolge sollen ab der zweiten Jahreshälfte 2026 sichtbar werden. Die Börse bleibt vorerst skeptisch. Die Aktie verlor über neun Prozent und notiert bei 1,73 Euro — weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch bei 4,65 Euro.