Powermax Minerals hat einen denkbar schlechten Start in die zweite Jahreshälfte erwischt. Am Mittwoch brach der Kurs des Explorationsunternehmens um weitere 11,11 Prozent auf 0,12 Euro ein. Damit notiert die Aktie nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief – und das Jahr 2026 hat bislang nichts als Verluste gebracht. Seit Januar sind rund 89 Prozent des Börsenwerts vernichtet.
Das miserable Kursbild überrascht. Denn strategisch setzt Powermax voll auf das Thema, das die Rohstoffwelt gerade umkrempelt: Seltene Erden. Das Unternehmen baut in Nordamerika eine Exploration-Pipeline auf, die langfristig die Abhängigkeit von chinesischen Lieferungen reduzieren soll. China kontrolliert etwa 60 Prozent des globalen Abbaus und rund 90 Prozent der Verarbeitungskapazitäten. Ein Risiko für die westliche Industrie – vor allem für Verteidigung und KI-Infrastruktur.
Von British Columbia bis Wyoming
Das Portfolio von Powermax erstreckt sich über mehrere vielversprechende Projekte. In Kanada sind das die Cameron-Liegenschaft in British Columbia sowie die Projekte Pinard und Atikokan in Ontario. Hinzu kommt das Ogden Bear Lodge Project in Wyoming, an dem Powermax 100 Prozent hält.
Das Ziel: rechtzeitig bereitstehen, wenn der Bedarf explodiert. Schätzungen zufolge könnte sich die weltweite Nachfrage nach Seltenen Erden bis 2035 von rund 59.000 Tonnen im Jahr 2022 auf fast 176.000 Tonnen verdreifachen. Haupttreiber sind E-Autos, Windkraftanlagen und moderne Waffensysteme, die auf Neodym und Dysprosium angewiesen sind.
Bärenmarkt im Explorer-Sektor
Doch die Börse interessiert das derzeit kaum. Powermax Minerals notiert deutlich unter seinen gleitenden Durchschnitten. Der Aktienkurs liegt rund 32 Prozent unter der 50-Tage-Linie von 0,18 Euro und knapp 48 Prozent unter dem 100-Tage-Mittel von 0,23 Euro. Der RSI von 33,5 Punkten signalisiert technische Überverkauftheit.
Ein Problem: die extreme Volatilität. Mit einer annualisierten 30-Tage-Schwankungsbreite von fast 100 Prozent ist der Titel nichts für schwache Nerven. Gerade in der Explorationsphase können Kurse solcher Minenwerte schnell um 50 Prozent oder mehr einbrechen. Der kurze Ritt auf das Januar-Hoch von 1,56 Euro ist längst Geschichte. Die entscheidende Frage: Reichen die strategischen Pläne aus, um den freien Fall zu stoppen – oder steckt der Markt das Vertrauen in eine Kapitalerhöhung bereits vorweg?
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