ProSiebenSat.1 Aktie: Umbau läuft

Der Mehrheitseigner MFE strukturiert das Digitalportfolio von ProSiebenSat.1 neu. Während Flaconi und Parship bleiben, werden Marktguru, billiger-mietwagen und Jochen Schweizer mydays zum Verkauf angeboten.

ProSiebenSat1 Aktie
Kurz & knapp:
  • Verkauf mehrerer Digitalmarken gestartet
  • Flaconi und Parship bleiben vorerst im Konzern
  • MFE treibt Fokussierung nach Übernahme voran
  • Aktie zeigt moderate Reaktion auf Neuausrichtung

Der Berlusconi-Konzern MFE krempelt ProSiebenSat.1 um – und dabei werden nicht alle digitalen Töchter gleich behandelt. Während Flaconi und Parship vorerst im Konzernverbund bleiben, sucht das Unternehmen aktiv Käufer für andere Teile des Digitalportfolios.

Was bleibt, was geht

Laut einem Reuters-Bericht vom Dienstag hat ProSiebenSat.1 bereits begonnen, potenzielle Interessenten für mehrere digitale Geschäftsbereiche anzusprechen. Konkret auf der Verkaufsliste stehen die Einkaufs-App Marktguru, die Mietwagen-Vergleichsplattform billiger-mietwagen sowie der Erlebnisgeschenke-Anbieter Jochen Schweizer mydays. Als mögliche Abnehmer kommen sowohl Finanzinvestoren als auch strategische Käufer aus der Branche infrage.

Die Parfümerie-Plattform Flaconi und das Dating-Netzwerk Parship hingegen sollen dem Konzern erhalten bleiben – zumindest vorerst. Eine strategische Entscheidung mit Signalwirkung: Offenbar sieht MFE in diesen beiden Bereichen mehr langfristiges Potenzial als in den übrigen digitalen Einheiten.

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MFE mit klarer Agenda

Hinter dem Umbau steckt eine eindeutige Handschrift. MFE hatte im September 2025 die Kontrolle über ProSiebenSat.1 übernommen und hält inzwischen gut 75 Prozent an dem Medienkonzern. Seitdem treibt der in Italien und Spanien aktive Fernsehkonzern eine umfassende Neuausrichtung voran – das Digitalportfolio steht dabei naturgemäß auf dem Prüfstand.

Ist das der richtige Weg? Aus Investorensicht lässt sich argumentieren, dass eine klare Fokussierung auf das Kerngeschäft mittelfristig mehr Wert schaffen kann als ein breit gestreutes, schwer steuerbares Digitalkonglomerat. Die selektive Vorgehensweise – behalten, was strategisch passt, verkaufen, was nicht passt – deutet zumindest auf eine durchdachte Prioritätensetzung hin.

An der Börse sorgte die Nachricht für moderate Bewegung. Im Xetra-Handel verlor die Aktie am Dienstag rund 1,6 Prozent auf 4,50 Euro, erholte sich nachbörslich auf Tradegate aber leicht auf rund 4,58 Euro. Für große Kursfantasie reicht die Meldung allein nicht – entscheidend wird sein, zu welchen Konditionen die Verkaufsprozesse abgeschlossen werden.

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