Die Aktie von Prosus legt heute um 4,2 Prozent auf 36,30 Euro zu. Neben der Erholung an den europäischen Handelsplätzen richtet sich die Aufmerksamkeit der Investoren auf konkrete Zukäufe innerhalb des Portfolios. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters von gestern befindet sich die vom Konzern kontrollierte Lieferplattform iFood in fortgeschrittenen Verhandlungen über eine Übernahme des brasilianischen Unternehmens Caju.
Verhandlungen über brasilianischen Benefit-Dienstleister
Caju hat sich auf flexible Mitarbeiter-Benefits und Firmenleistungen in Brasilien spezialisiert. Medienberichten zufolge könnte die Transaktion noch vor Ende Oktober abgeschlossen werden. Weder iFood noch Caju gaben auf Anfrage von Reuters eine Stellungnahme zu den laufenden Gesprächen ab.
Für Prosus würde die Transaktion das Standbein im größten Markt Südamerikas verbreitern. Nach Angaben von Vorstandschef Fabricio Bloisi behauptet iFood in Brasilien derzeit einen Marktanteil von rund 80 Prozent bei den App-Nutzern.
Zugleich betonte Bloisi Fortschritte in weiteren Portfoliounternehmen. Das Reiseportal Despegar verzeichnete ein Wachstum von mehr als 20 Prozent, während der Online-Marktplatz OLX seine Profitabilität steigerte. Beim Zahlungsabwickler PayU stellte das Management profitable Skaleneffekte fest. Die Entwicklung zeigt das Bestreben, das operative Geschäft jenseits der dominierenden Beteiligung an Tencent auf eine breitere Ertragsbasis zu stellen.
Mehr Barmittel aus dem E-Commerce-Geschäft
Diese Entwicklung honorierte S&P Global Ratings am Mittwoch mit einer Anhebung des Ausblicks auf positiv. Die Bonitätsprüfer begründeten den Schritt mit der Einschätzung, dass Prosus künftig verlässlichere Cashflows aus seinen sonstigen E-Commerce-Beteiligungen nach oben transferieren kann.
Nach Angaben der Ratingagentur summierten sich die Dividendenzuflüsse aus diesen Sparten im Geschäftsjahr 2026 auf 463 Millionen Dollar, nach 268 Millionen Dollar im Geschäftsjahr 2025.
Zur operativen Entspannung trägt zudem das europäische Liefergeschäft bei. Bei der Tochter Just Eat Takeaway.com legten die weltweiten Bestellungen im September im Vorjahresvergleich um 0,1 Prozent zu. Damit ging bei den weltweiten Orderzahlen eine Phase von 55 Monaten mit kontinuierlichen Rückgängen zu Ende.
Eigene Aktien am Markt erworben
Parallel zu den Schritten im Beteiligungsportfolio investiert der Konzern weiterhin Mittel in den Rückkauf eigener Anteilsscheine. Am Dienstag meldete Prosus den Erwerb von 2.239.784 eigenen Aktien im Zeitraum vom 28. September bis zum 2. Oktober.
Für dieses Paket wandte das Unternehmen ein Transaktionsvolumen von gut 79,84 Millionen Euro auf, was einem durchschnittlichen Preis von 35,6461 Euro je Aktie entspricht. Die Kombination aus disziplinierter Kapitalverwendung und operativen Fortschritten im Kerngeschäft stützt das Papier nach der langen Schwächephase im bisherigen Jahresverlauf.
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