Im Rahmen seines fortlaufenden Rückkaufprogramms hat Prosus am gestrigen Dienstag neue Transaktionsdaten veröffentlicht. Der Technologiekonzern erwarb im Zeitraum vom 28. September bis zum 2. Oktober insgesamt 2.239.784 eigene Anteilsscheine zu einem Durchschnittspreis von 35,6461 Euro je Aktie. Das Gesamtvolumen belief sich dabei auf rund 79,84 Millionen Euro.

Finanziert werden die Transaktionen über ein bereits im Juni 2022 angekündigtes Rückkaufprogramm. Die Maßnahme ist unbefristet angelegt und umfasst den fortlaufenden Erwerb von Anteilsscheinen direkt von den Streubesitzaktionären. Mit den stetigen Käufen will das Management den inneren Wert je Aktie stärken und das Angebot an frei gehandelten Titeln reduzieren.

Notierung verharrt nahe dem Jahrestief

Die Rückkäufe fallen in eine anhaltende Schwächephase der Aktie. Am gestrigen Dienstag schloss das Papier bei 35,45 Euro. Damit notiert der Titel nur knapp über seinem am 2. Oktober erreichten 52-Wochen-Tief von 34,41 Euro. Seit dem Jahreswechsel beläuft sich das Minus auf 33 Prozent.

Der anhaltende Kursdruck spiegelt die Zurückhaltung vieler Investoren wider. Für die Konzernführung schaffen die gedrückten Notierungen jedoch Spielraum: Eigene Aktien lassen sich auf dem aktuellen Bewertungsniveau mit vergleichsweise geringem Mitteleinsatz dem Markt entziehen. Die fortlaufenden Transaktionen stützen damit die rechnerische Beteiligung der verbleibenden Anteilseigner am Gesamtportfolio.

Parallel zu Prosus setzte auch die südafrikanische Muttergesellschaft Naspers ihre Rückkäufe fort. Naspers erwarb im selben Zeitraum 732.833 eigene Anteilsscheine an der Heimatbörse. Bei einem Durchschnittspreis von 709,5761 ZAR summierte sich das Transaktionsvolumen auf mehr als 520 Millionen ZAR.

Naspers veröffentlicht wöchentliche Updates zu den Käufen und rief die Anleger zugleich dazu auf, offene Dividendenansprüche über eine Initiative der Börse in Johannesburg geltend zu machen.

Expansion in Indien und europäische KI

Neben den Kapitalrückflüssen an die Aktionäre treibt das Management die Expansion in wachstumsstarken Schwellenländern voran. Medienberichten zufolge verhandelt Prosus über Engagements bei indischen Finanztechnologie-Unternehmen. Im Fokus stehen dabei die Startups Kiwi und Oolka, die im dortigen Zahlungsverkehr aktiv sind. Kiwi bietet Kreditkarten über das RuPay-Netzwerk sowie Kreditlinien für das landesweite UPI-Bezahlsystem an.

Für den weiteren Ausbau strebt Kiwi laut den Berichten frische Mittel in Höhe von rund 40 Millionen US-Dollar an. Parallel dazu bleibt auch der europäische Markt ein strategischer Schwerpunkt.

Vor rund einem Monat verstärkte Prosus die Investitionen in europäische Frühphasenunternehmen aus den Bereichen künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, seither stieg der Aktienkurs um 0,5 Prozent. Die Beteiligungsgesellschaft setzt damit weiterhin auf eine zweigleisige Strategie aus Aktienrückkäufen und gezieltem Wagniskapital.