Beim Technologieinvestor Prosus zeichnet sich im Segment für Essenslieferungen eine operative Bodenbildung ab. Das Unternehmen teilte mit, dass die Bestellungen bei Just Eat Takeaway.com im September im Jahresvergleich um 0,1 Prozent zulegten. Damit endete für die Plattform eine Serie von 55 Monaten mit kontinuierlichen Rückgängen.
Zudem sicherte sich der brasilianische Lieferdienst iFood nach Unternehmensangaben weiterhin einen Marktanteil von rund 80 Prozent im dortigen App-Geschäft. Die in dem Update enthaltenen Finanzdaten wurden allerdings noch nicht von den unabhängigen Wirtschaftsprüfern des Konzerns geprüft.
Ratingagentur hebt Ausblick an
Flankiert wird die operative Entwicklung von Fortschritten auf der Finanzseite. S&P Global Ratings revidierte am 7. Oktober den Ausblick für Prosus von stabil auf positiv.
Gleichzeitig bestätigte die Ratingagentur sowohl das langfristige als auch das kurzfristige Emittentenrating mit „BBB/A-2“ und beließ die Einstufung für die Verbindlichkeiten bei „BBB“. Die bonitätsbezogene Neubewertung unterstreicht die solide Bilanzstruktur der Investmentholding, die weiterhin über beträchtliche Liquiditätspolster verfügt.
Kapitalallokation zwischen Rückkäufen und Beteiligungen
Parallel dazu setzt Prosus sein laufendes Aktienrückkaufprogramm fort. Im Zeitraum vom 28. September bis zum 2. Oktober erwarb die Gesellschaft insgesamt 2.239.784 eigene Aktien.
Für diesen Block wendete das Unternehmen 79.839.610,28 Euro beziehungsweise 90.351.771,77 US-Dollar auf, was einem durchschnittlichen Kaufpreis von 35,6461 Euro je Anteilsschein entspricht. Die regelmäßigen Zukäufe dienen dazu, den Abschlag des Nettoinventarwerts der Holding gegenüber ihren wesentlichen Vermögenswerten schrittweise zu verringern.
Gleichzeitig bleibt der Konzern bei neuen Technologieengagements aktiv. Medienberichten zufolge befindet sich Prosus in fortgeschrittenen Verhandlungen über eine Beteiligung an einer Finanzierungsrunde des indischen Fintech-Start-ups Oolka im Volumen von rund 45 Millionen Dollar.
Neben Prosus sollen sich demnach Bessemer Venture Partners sowie bestehende Investoren beteiligen, wobei der endgültige Umfang der Runde sowie die genaue Zusammensetzung des Investorenkreises noch Anpassungen unterliegen können.
Aktie bleibt auf Jahressicht unter Druck
Am Kapitalmarkt reagieren Anleger dennoch zurückhaltend auf die jüngsten Portfoliosignale. Zum Handelsschluss am Montag notierte das Prosus-Papier bei 35,80 Euro, was einem leichten Tagesverlust von 0,7 Prozent entsprach.
Seit dem Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 33 Prozent. Für Investoren wird in den kommenden Monaten maßgeblich sein, ob die Wachstumsansätze bei den Lieferplattformen nachhaltig sind und das Portfolio dauerhaft stabilisieren.
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