Die Aktie von Puma hat am Donnerstag einen Kurssprung von über 8 Prozent hingelegt und damit den höchsten Stand seit Mai erreicht. Der Grund: Der chinesische Sportartikelriese Anta Sports hat offenbar ein konkretes Kaufangebot für die 29-prozentige Beteiligung der französischen Milliardärsfamilie Pinault vorgelegt.
Das Angebot liegt bereits seit einigen Wochen auf dem Tisch, die Finanzierung steht. Nur eine Antwort fehlt noch – und die dürfte teuer werden. Denn die Familien-Holding Artemis, über die die Pinaults ihre Puma-Anteile halten, will offenbar nicht unter 40 Euro pro Aktie verkaufen. Bei einem aktuellen Kurs von 24,37 Euro wäre das ein saftiger Aufschlag von mehr als 60 Prozent.
Verschuldete Verkäufer, hungrige Käufer
Dass die Pinault-Familie ihre Puma-Beteiligung überhaupt zur Disposition stellt, ist kein Zufall. Die Familie gilt als hochverschuldet und hatte bereits Ende August begonnen, potenzielle Käufer zu kontaktieren. Neben Anta war auch der chinesische Konkurrent Li Ning im Gespräch. Bereits Ende November verdichteten sich die Hinweise, dass Anta eine mögliche Übernahme konkret prüft.
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Für Anta wäre Puma ein strategischer Coup. Das in Hongkong börsennotierte Unternehmen besitzt bereits Jack Wolfskin und würde mit Puma eine weitere etablierte Premiummarke ins Portfolio holen. Die europäische Sportartikelindustrie steht damit vor einer möglichen Machtverschiebung in Richtung Asien.
Mitzieheffekt bei Adidas
Interessant: Auch Adidas profitierte von den Puma-Spekulationen und legte im DAX um mehr als 3 Prozent zu. Anleger wittern offenbar generell steigende Bewertungen in der Branche, sollte eine chinesische Übernahme tatsächlich zustande kommen.
Sowohl Artemis als auch Puma selbst wollten sich zu den Gerüchten nicht äußern. Auch Anta reagierte zunächst nicht auf Anfragen. Das Schweigen spricht Bände – die Verhandlungen dürften in einer heißen Phase sein.
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