Puma Aktie: China übernimmt!

Der chinesische Sportartikelkonzern Anta Sports wird mit einem milliardenschweren Einstieg größter Einzelaktionär bei Puma. Analysten sehen Chancen für globale Expansion, aber auch Risiken.

Puma Aktie
Kurz & knapp:
  • Anta zahlt 35 Euro je Puma-Aktie
  • Aufschlag von 62 Prozent auf Kurs
  • Analysten erwarten keine kurzfristigen Gewinne
  • Kritik an Verwässerungs- und Managementrisiken

Der chinesische Sportartikelriese Anta Sports steigt bei Puma ein – und das mit Wucht. Für 1,5 Milliarden Euro übernimmt der Konzern 29 Prozent der Anteile von der französischen Milliardärsfamilie Pinault. Der Kaufpreis: 35 Euro je Aktie. Ein satter Aufschlag von 62 Prozent auf den letzten Schlusskurs von 21,63 Euro. Damit wird Anta zum größten Einzelaktionär des deutschen Sportartikelherstellers.

Der Deal kommt nicht aus heiterem Himmel. Seit Herbst 2025 wurde über einen möglichen Einstieg spekuliert – die Aktie hatte sich seitdem bereits von ihrem Mehrjahrestief bei 15,30 Euro im November erholt. Nun ist es offiziell: Die Transaktion soll bis Ende 2026 abgeschlossen werden, finanziert vollständig aus Antas eigenen Mitteln.

Was steckt hinter dem Einstieg?

Für Anta ist Puma der nächste Schritt auf dem Weg zur globalen Expansion. Der chinesische Konzern, zu dem bereits Marken wie Fila, Jack Wolfskin, Wilson, Salomon und Atomic gehören, will seine Präsenz in Europa, Nordamerika und Südostasien ausbauen. Puma bietet dafür die perfekte Plattform – eine etablierte Marke mit weltweiter Bekanntheit.

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Analysten von DBS Group Research sehen Potenzial: Anta könne in Europa starke Marktanteile gewinnen und gleichzeitig Pumas Präsenz in China und Asien ausbauen. Kurzfristige Gewinneffekte für 2025 und 2026 erwarten sie allerdings nicht.

Kritische Stimmen mehren sich

Doch nicht alle sind begeistert. Jefferies warnt vor Verwässerungsrisiken, die die langfristigen Vorteile deutlich überwiegen könnten. Die Analysten sehen bereits strategische Fehltritte bei der Marke Anta selbst. Die Puma-Übernahme könnte Managementressourcen weiter binden – Kapazitäten, die anderswo dringend gebraucht würden.

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Ein weiteres Problem: Puma ist in China bereits sehr bekannt. Anta dürfte es schwerfallen, „ein Gefühl von Markenfrische“ einzubringen, so die Einschätzung. Die Frage bleibt: Kann Anta wirklich neuen Wind in die angeschlagene Marke bringen?

Ist das erst der Anfang?

Puma selbst steckt mitten im Umbau. Seit der ehemalige Adidas-Manager Arthur Hoeld 2025 die Führung übernahm, kämpft das Unternehmen mit vielfältigen Herausforderungen: US-Zölle belasten das Geschäft, überschüssige Lagerbestände müssen abgebaut werden. Im Oktober 2025 kündigte Puma weitere 900 Stellenstreichungen an, um ab 2027 wieder Wachstum zu erreichen.

Der Einstieg von Anta könnte der erste Schritt zu einer Komplettübernahme sein. Offiziell betont Anta zwar, dass derzeit keine solchen Pläne bestehen. Doch bei einem Börsenwert von 3,2 Milliarden Euro und einem finanzkräftigen Großaktionär mit 29 Prozent wäre eine spätere Übernahme durchaus denkbar. Die Bären dürften nun genau beobachten, wie sich die neue Konstellation entwickelt.

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Über Felix Baarz 1594 Artikel
Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.