Die Pyrum Innovations AG hat einen bedeutenden Meilenstein bei der Etablierung ihrer Recycling-Technologie erreicht. Wie das Unternehmen Ende Juli mitteilte, wurden langfristige Liefer- und Abnahmevereinbarungen mit dem italienischen Reifenhersteller Pirelli unterzeichnet. Diese Kooperation ist Teil der „European Tyre-to-Tyre“-Initiative, die darauf abzielt, den Wertstoffkreislauf von Altreifen durch den Einsatz innovativer Pyrolyseverfahren zu schließen.

Strategische Allianz für den Altreifen-Kreislauf

Im Rahmen der am 24. Juli bekannt gegebenen Vereinbarung wird Pyrum wiedergewonnenen Industrieruß (rCB) an Pirelli liefern. Im Gegenzug stellt der Reifenproduzent Altreifen zur Verfügung, die in den Anlagen von Pyrum verarbeitet werden. Diese bilaterale Partnerschaft folgt unmittelbar auf eine am 22. Juli verkündete strategische Allianz zwischen Pirelli, BASF, Synthos und Pyrum. Ziel dieses Zusammenschlusses der vier Unternehmen ist die gemeinsame Entwicklung eines geschlossenen Kreislaufsystems, um die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen in der Reifenproduktion zu verringern.

Bereits im Juni konnte Pyrum operative Fortschritte in der Belieferung namhafter Industriekunden verzeichnen. So erfolgten die ersten Lieferungen des Produkts ThermoTireBlack (TTB) aus der neuen Mahl- und Pelletieranlage an den Reifenhersteller Continental. Diese Entwicklung unterstreicht die zunehmende Skalierung der Produktionskapazitäten am Standort Dillingen/Saar.

Umsatzwachstum und operative Meilensteine

Die jüngsten Quartalszahlen verdeutlichen die dynamische Expansion des Unternehmens. Im ersten Quartal 2026 verdoppelte Pyrum seinen Umsatz auf 1,03 Millionen Euro, verglichen mit 0,51 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich im Berichtszeitraum auf minus 2,42 Millionen Euro. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 wies Pyrum einen Konzernumsatz von 4,1 Millionen Euro aus, was einer Verdopplung gegenüber 2024 entspricht, jedoch unter der ursprünglichen Prognosespanne von 4,5 bis 6,0 Millionen Euro blieb. Das Konzernjahresergebnis lag 2025 bei minus 10,0 Millionen Euro.

Das Management hält an seinen langfristigen Wachstumszielen fest und stellt für das Geschäftsjahr 2027 ein ausgeglichenes EBITDA in Aussicht. Unterstützt wird die Expansion durch finanzielle Zusagen: Der Europäische Innovationsfonds (EIF) hat dem Unternehmen Fördergelder in Höhe von 29,4 Millionen Euro für den Bau neuer Recyclinganlagen zugesagt. Zudem sichert eine im November beschlossene Bezugsrechtskapitalerhöhung mit einem angestrebten Bruttoerlös von bis zu 21 Millionen Euro die weitere Finanzierung der internationalen Projektpipeline.

Analystenreaktion und Marktentwicklung

Das Analysehaus BankM veröffentlichte am 24. Juli ein Research-Update, in dem die Kooperation mit Pirelli gewürdigt wurde. Analysten sehen in dem Abschluss eine Bestätigung für die Marktfähigkeit der Pyrum-Technologie und die Qualität des produzierten Industrierußes. Auf der ordentlichen Hauptversammlung am 14. Juli in Dillingen hatte der Vorstand zudem über Fortschritte beim Ausbau des Stammwerks und den Status der internationalen Projekte berichtet.

An der Börse spiegelten sich die Nachrichten zuletzt in einer verhaltenen Tendenz wider. Die Aktie schloss am vergangenen Freitag bei 24,20 Euro, was einem Rückgang von 1,22 % entspricht. Seit Jahresbeginn verzeichnete das Papier ein Minus von 13,88 %. Damit notiert der Wert aktuell 9,82 % unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage.

Anleger blicken nun auf die kommenden Termine: Am 26. August wird das Unternehmen an den Hamburg Investor Days teilnehmen, bevor am 25. September die Veröffentlichung des Halbjahresfinanzberichts 2026 folgt. Ein weiterer Auftritt ist für die SME Conference in Paris am 6. Oktober geplant.