Liebe Traderinnen und Trader,

der Tagesgewinner im DAX ist heute kein Chipwert, sondern ein Übernahmeangebot. EQT bietet für Qiagen, während die Tech-Werte nach den Zahlen von Meta und Tesla erneut abrutschen.

Geld verdient wird an diesem Donnerstag bei Übernahmen und an klar definierten Chartmarken bei Gold und Bitcoin. Genau dort setzen wir an.

Qiagen: Der Abstand zum Gebot ist der Preis des Risikos

Ein Konsortium um EQT, den Staatsfonds ADIA und den kanadischen Pensionsfonds CPP bietet 46,50 Euro je Qiagen-Aktie in bar. Gegenüber dem Kurs von Anfang Juli, bevor die ersten Gerüchte aufkamen, ist das eine Prämie von gut 40 Prozent. Vorstand und Aufsichtsrat stützen die Vereinbarung einstimmig. Abgeschlossen ist der Deal aber noch lange nicht: Der Vollzug ist erst für Mitte 2027 geplant.

Was heißt das für Trader? Qiagen notiert bei 44,77 Euro und damit gut 1,70 Euro unter dem Gebot. Dieser Abstand entschädigt für das Risiko, dass Freigaben ausbleiben oder die Annahmequote verfehlt wird. Für einen langen Vollzug hat Qiagen vorgebaut: Dann darf eine Sonderdividende fließen, ohne dass der Angebotspreis sinkt.

Die DZ Bank stuft Qiagen von Kaufen auf Halten ab und hebt den fairen Wert auf die Höhe des Gebots. Berenberg bleibt bei Neutral. Ein Nebeneffekt: Nach dem Vollzug folgt der Rückzug von der Börse, und damit wird ein DAX-Platz frei, was Umschichtungen bei Indexfonds auslöst.

Evonik: Wer selbst kauft, will nicht billig verkauft werden

Evonik prüft laut Handelsblatt die Übernahme des US-Spezialchemiekonzerns Ashland. Die Prüfung begann bereits vor dem Übernahmeinteresse der BASF. BASF hatte Ende September in einem ersten Vorstoß 22,15 Euro je Evonik-Aktie geboten. Ein höheres Gebot gilt laut Insidern erst nach einer Buchprüfung als denkbar.

Die Botschaft an Ludwigshafen ist unmissverständlich: Ein Evonik, das selbst zukauft, wird größer, komplexer und für BASF teurer zu schlucken. Die Evonik-Aktie fiel heute im Tief exakt auf 20,00 Euro und liegt inzwischen wieder etwas darüber. Sie handelt damit weiter unter dem BASF-Gebot, der Abschlag spiegelt die Unsicherheit über den weiteren Verlauf.

Wo liegt die nächste Hürde? Beim 52-Wochen-Hoch von 21,84 Euro vom 14. Oktober. Die runde Marke darunter hat im ersten Anlauf gehalten.

Gold: Die runde Marke wird zum Prüfstein

Gold gibt heute deutlich nach und notiert nahe 4.050 Dollar, Silber verliert noch stärker. Der Auslöser sitzt in den USA: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen überraschend, und der hohe Ölpreis schürt zusätzlich Inflationssorgen. Was erwartet der Markt jetzt? Mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Zinserhöhung der Fed im Dezember.

Im Chart ist die Lage klar umrissen. Darunter wartet die runde 4.000 Dollar, das bärische Szenario wäre erst mit einem nachhaltigen Schluss über 4.160 Dollar vom Tisch. UBS nennt die runde Marke eine Kaufgelegenheit. HSBC sieht Gold strukturell gestützt, durch Notenbankkäufe und Zuflüsse in börsengehandelte Fonds.

Für Trader heißt das: kein Griff ins fallende Messer. Besser ist es, eine Reaktion an der runden Marke abzuwarten oder die Rückeroberung der Oberkante zu kaufen. Die Fed entscheidet bereits am Mittwoch kommender Woche.

Bitcoin: Die Zuflüsse folgen dem Kurs, nicht umgekehrt

Bitcoin ist an der 84.000-Dollar-Marke abgeprallt und notiert bei rund 81.600 Dollar. Damit liegt der Kurs genau auf der 50-Tage-Linie, einem gleitenden Durchschnitt, den viele Trader als Trendmarke nutzen.

Wer kauft da eigentlich? Die US-Spot-ETFs, Fonds mit echten Bitcoin im Bestand, sammelten am Mittwoch 528 Millionen Dollar ein. Trotzdem fällt der Kurs. Eine Studie von DWF Labs liefert die Erklärung: Die Zuflüsse folgen dem Preis der vorangegangenen Tage und sagen die Folgetage praktisch nicht voraus.

Entscheidend ist die Zone um 80.000 Dollar. Dort liegt laut Glassnode der durchschnittliche Einstandspreis der Krypto-Treasury-Unternehmen, also von Firmen, die Bitcoin in der Bilanz halten. Ein Bruch brächte Positionen ins Minus, die bislang stabil hielten. Als zurück gilt der Trend erst wieder über der Marke, an der Bitcoin gerade abgeprallt ist.

Tesla, SpaceX, Meta: Die Fusion kostet SpaceX mehr als Tesla die Zahlen

Tesla hat im dritten Quartal mehr verdient als erwartet. Der Gewinn je Aktie ohne Sondereffekte lag bei 0,48 Dollar, Analysten hatten im Schnitt 0,45 Dollar erwartet. Überraschend floss zudem mehr Geld herein als hinaus. Die Tesla-Aktie liegt nur leicht unter Vortag.

Den eigentlichen Preis zahlt SpaceX: Die Aktie verliert deutlich, weil der Markt eine Verwässerung durch die Tesla-Übernahme fürchtet. Gemeint ist, dass neue Aktien den Anteil der bisherigen Aktionäre verkleinern. Musks öffentliches Werben für die Fusion droht laut Insidern den Prozess um Wochen zu verzögern. JPMorgan rechnet mit einer Prämie von 30 bis 35 Prozent auf Teslas Marktwert.

Meta liefert das zweite Kapitel der KI-Kostenfrage. Der Quartalsumsatz stieg kräftig, doch Meta hebt das untere Ende der Investitionsplanung für 2026 an, dazu kommt eine Datenschutzstrafe. Die Meta-Aktie verliert 5,2 Prozent, das Hoch vom 13. Oktober ist weit weg.

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Während sich die Analysten noch an Teslas Quartalszahlen abarbeiten, läuft im Hintergrund ein zweites Projekt des Konzerns an, das deutlich weniger Beachtung findet: Seit Mittwoch hat Tesla die Serienfertigung seines humanoiden Roboters gestartet, die ersten Einheiten laufen bereits in Kalifornien vom Band. Genau an diesem Punkt setzt das Live-Webinar „Der Robo-Boom“ an, das Carsten Müller am Sonntag, 25. Oktober, um 18:00 Uhr hält. Er zeigt darin fünf Unternehmen, die seine Robo-Boom-Triage bestanden haben – von Zulieferern über Automatisierer bis zu Plattformanbietern, die oft verdienen, bevor der breite Markt die Entwicklung überhaupt wahrnimmt. Hintergrund ist eine Prognose von Goldman Sachs, die inzwischen von 6,5 Millionen humanoiden Robotern bis 2035 ausgeht, Morgan Stanley beziffert den Markt bis 2050 sogar auf 5 Billionen Dollar. Die Teilnahme ist kostenlos. Jetzt zum Webinar „Der Robo-Boom“ anmelden

Marschroute

Qiagen ist bei 46,50 Euro gedeckelt, der Rest ist Geduldsprämie. Evonik muss die 20 Euro halten, erst über dem 52-Wochen-Hoch wird das BASF-Gebot wieder zum Thema.

Gold entscheidet sich an der runden 4.000 Dollar, Bitcoin hat bei 80.000 Dollar sein Sicherheitsnetz. SpaceX und Tesla bleiben Nachrichtenwerte, bis unabhängige Sonderausschüsse Struktur und Umtauschverhältnis nennen. Den Rahmen setzen die Fed am Mittwoch und am Donnerstag der Kern-PCE, ein Inflationsmaß für die Konsumausgaben ohne schwankende Posten wie Energie.

Gute Trades, Ihr Andreas Sommer