Der skandinavische iGaming-Affiliate Raketech hat heute für das vierte Quartal 2025 deutlich schwächere Zahlen vorgelegt. Die Umsätze brachen im Jahresvergleich um 45,5 Prozent auf nur noch 5,7 Millionen Euro ein. Das bereinigte EBITDA lag bei 1,1 Millionen Euro – eine Marge von 18,8 Prozent, die vor allem rigorosen Kostensenkungen zu verdanken ist.

Hauptverantwortlich für den Umsatzrückgang ist der strukturelle Kollaps des bezahlten Publisher-Netzwerks innerhalb des Sub-Affiliation-Geschäfts. Seit Anfang 2024 haben veränderte Marktbedingungen dazu geführt, dass die bezahlten Publisher kaum noch Traffic generieren können. Raketech zieht nun die Konsequenzen: Im vierten Quartal stellte das Unternehmen die Aufnahme neuer bezahlter Publisher ein und begann mit dem schrittweisen Ausstieg aus diesem Geschäftsbereich.

Organisches Netzwerk wächst – aber langsamer als erhofft

Das organische Publisher-Netzwerk, auf das sich Raketech künftig konzentrieren will, zeigt zwar Wachstum im Quartalsvergleich. Allerdings blieb die Entwicklung hinter den Erwartungen zurück. Vereinbarungen mit US-Publishern ließen sich nicht wie geplant umsetzen – die Monetarisierung verzögerte sich deutlich. Im Januar 2026 verlangsamte sich die Dynamik weiter, da einer der größeren US-Partner schwach startete.

Positiver entwickelte sich das Kerngeschäft mit den eigenen Webseiten (Affiliation Marketing). Nach schwachem Quartalsstart zog die Performance im Dezember deutlich an. Ein Google Core Update wirkte sich für die nordischen Assets netto positiv aus und unterstützte die Erholung. Im Januar lag der Umsatz in diesem Segment leicht über dem Quartalsdurchschnitt.

Neue Produkte zur Verkehrsunabhängigkeit

Raketech versucht, sich stärker vom reinen SEO-Traffic zu lösen. Nach Quartalsende startete das Unternehmen zwei neue Formate: Casinofeber Media soll als schwedischsprachige Newsplattform den iGaming-Markt abdecken – inklusive Firmenanalysen, Interviews und Videoinhalten. Bei TVmatchen, dem TV-Sportguide, wurde eine Pre-Game-Newssektion integriert, um Nutzer länger auf der Plattform zu halten und zusätzliche Werbeinventare zu schaffen.

Parallel treibt Raketech die Entwicklung seiner B2B-Plattform AffiliationCloud voran. Die Plattform soll künftig automatisierte Zahlungsströme, verbessertes Reporting und SEO-Tools bieten. Zur Fußball-WM ist ein vollständig integriertes Sport-Widget geplant. Das Ziel: Traffic und Inventar über eigene und externe Publisher bündeln, um Verkaufsanstrengungen zu koordinieren und stärkere Partnerschaften mit Betreibern aufzubauen.

Die Kostendisziplin bleibt strikt. Gegenüber dem Vorjahresquartal senkte Raketech die Kosten ohne Publisher-Provisionen um 24 Prozent. CEO Johan Svensson betonte, man habe in den letzten zwei Jahren viel gespart und fühle sich mit der aktuellen Position wohl. Beim Verkauf der Casumba-Assets Ende September 2025 sind bislang 0,4 von insgesamt 12 Millionen Euro Kaufpreis eingegangen.