Randstad meldet heute eine breitere Erholung der Personalnachfrage. Die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 übertreffen die Erwartungen, und die Geschäftsentwicklung verbesserte sich Anfang Oktober weiter. Bei der Bruttomarge bleibt die Entspannung allerdings aus. Anleger gewichten die Wachstumssignale zunächst stärker: Die Aktie legt heute um 21% zu.
Mehr Geschäft stärkt das operative Ergebnis
Der Quartalsumsatz erreichte 6,115 Milliarden Euro. Organisch wuchs Randstad um 3,9% und übertraf damit den von Reuters genannten Analystenkonsens von 2,9%.
Die Zahlen sprechen für eine zunehmend breitere Erholung. Nach Angaben von Vorstandschef Sander van ’t Noordende wächst inzwischen wieder ein Großteil der Märkte. Zusätzliche Nachfrage kommt unter anderem aus Logistik, Onlinehandel und Luftfahrt. Auch die Industrie zieht ihm zufolge in Amerika und Europa an.
Das zugrunde liegende EBITA erreichte 211 Millionen Euro. Analysten hatten laut Reuters 200 Millionen Euro erwartet. Die entsprechende Marge lag bei 3,5%.
Damit schlägt sich die bessere Auslastung auch im operativen Ergebnis nieder. Die unveränderten zugrunde liegenden Betriebskosten halfen Randstad dabei, das zusätzliche Geschäft in höhere Erträge umzusetzen.
Der Nettogewinn stieg im dritten Quartal 2026 auf 110 Millionen Euro nach 83 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der freie Cashflow erreichte 250 Millionen Euro.
Erholung verläuft regional unterschiedlich
Nordamerika bleibt ein wesentlicher Wachstumstreiber. Dort legte der Umsatz organisch um 9% zu. Das operative Personalgeschäft in den USA wuchs sogar um 19%, während Deutschland ein Plus von 5% erreichte.
Die Rückkehr des Wachstums ist jedoch nicht überall mit einer steigenden Zahl vermittelter Arbeitskräfte gleichzusetzen. Gerade die Entwicklung im Heimatmarkt verlangt eine genauere Betrachtung.
In den Niederlanden stieg der Umsatz um 3%. Laut Randstad lag das vor allem an geänderten gesetzlichen Vorgaben, die den Einsatz externer Arbeitskräfte verteuerten. Die Zahl der eingesetzten Menschen sank dagegen. Frankreich verzeichnete weiterhin einen Umsatzrückgang von 3%.
Van ’t Noordende sieht in Frankreich inzwischen Anzeichen einer Besserung. Auch die weitere Volumenentwicklung Anfang Oktober stützt seine Erwartung, dass sich der Aufwärtstrend im Schlussquartal fortsetzt. Eine gleichmäßige Erholung aller Märkte lässt sich aus den Quartalszahlen dennoch nicht ablesen.
Analysten sehen weiter Margenrisiken
Die Bruttomarge lag bei 17,8% und damit unter dem Konsens von 17,9%. Gegenüber dem Vorjahr verlor Randstad 60 Basispunkte.
Diese Schwäche begrenzt die Aussagekraft der positiven Umsatzüberraschung. Mehr Geschäft bedeutet bislang nicht, dass Randstad auch auf Ebene der Bruttomarge wieder bessere Bedingungen erreicht.
Degroof Petercam erwartet nach den Zahlen höhere Umsatzschätzungen, zugleich aber möglicherweise niedrigere Bruttomargenprognosen. Das Analysehaus hält deshalb an seiner Empfehlung „Halten“ und dem Kursziel von 38 Euro fest.
Für das vierte Quartal 2026 stellt Randstad eine gegenüber dem Vorquartal weitgehend stabile Bruttomarge in Aussicht. Die Betriebskosten dürften leicht steigen. Die entscheidende Anlegerfrage verschiebt sich damit: Die Nachfrage zieht wieder an. Für eine nachhaltige Ergebnisverbesserung muss Randstad dieses Wachstum auch bei weiterhin gedrückter Bruttomarge profitabel verarbeiten.
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