Im Ringen um den italienischen Pharmakonzern Recordati hat das Bieterkonsortium seinen Zugriff kurz vor Ablauf der Annahmefrist ausgebaut. CVC Capital Partners hat über einen Teilfonds eine Vereinbarung über den Zukauf von 1.372.657 Recordati-Aktien geschlossen.
Das Paket entspricht etwa 0,66 Prozent des Grundkapitals und hat ein Volumen von 72.750.821 Euro, was einem Preis von exakt 53,00 Euro je Anteilsschein entspricht. Die Abwicklung dieser Transaktion mit einem internationalen Vermögensverwalter soll bis zum 20. Oktober erfolgen.
Am Markt notierte das Papier am Freitag mit einem Schlusskurs von 52,55 Euro und liegt damit 3,0 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 54,15 Euro. Die Marktkapitalisierung des Arzneimittelherstellers beläuft sich auf 11,02 Milliarden Euro.
Bietergruppe überschreitet 60-Prozent-Schwelle
Die Zukäufe flankieren die laufende Übernahmeofferte der Zweckgesellschaft Respighi BidCo, die von CVC Capital Partners und der Groupe Bruxelles Lambert kontrolliert wird. Medienberichten zufolge erwarb Respighi BidCo am Freitag zusätzlich 63.000 Aktien direkt über die Börse. Zusammen mit dem vereinbarten Blockkauf von CVC steigt der dem Bieterkonsortium zurechenbare Anteil am Grundkapital von Recordati damit auf 60,39 Prozent.
Respighi BidCo hatte die Barofferte für Recordati Anfang des Monats von zuvor 51,29 Euro auf 53,00 Euro je Aktie angehoben und dieses Gebot als endgültig bezeichnet. Unter Berücksichtigung der bereits ausgeschütteten Dividende von 0,71 Euro beziffert die Bieterin den Gesamtwert auf 53,71 Euro je Anteil.
Zugleich wurde die Frist für die Aktionäre bis zum 23. Oktober 2026 verlängert. Die Auszahlung der Gegenleistung ist für den 2. November vorgesehen. Laut Reuters hatten bis zum 5. Oktober bereits Anteilseigner mit 49,79 Prozent des Kapitals das Angebot angenommen.
Widerstand von Palliser Capital
Der Verwaltungsrat von Recordati hatte die Erhöhung auf 53,00 Euro einstimmig begrüßt. Die unabhängigen Direktoren stellten fest, dass der nachgebesserte Betrag innerhalb relevanter Bewertungsspannen liegt, betonten jedoch, dass die Entscheidung über eine Andienung bei den jeweiligen Aktionären verbleibt.
Gegenwind kommt unterdessen von Palliser Capital. Der Investor teilte am Donnerstag mit, seine Anteile nicht zu dem gebotenen Preis von 53,00 Euro anzudienen. Palliser forderte die unabhängigen Direktoren des Verwaltungsrats zu einer Klarstellung auf, ob sie die Offerte tatsächlich als angemessen erachten und eine Annahme empfehlen.
Zudem erklärte der Investor, mit weiteren unzufriedenen Anteilseignern im Austausch zu stehen. Die kommenden Tage bis zum offiziellen Fristende am 23. Oktober dürften somit darüber entscheiden, wie weit Respighi BidCo ihre Mehrheit über die bereits gesicherte Schwelle hinaus ausbauen kann.
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