Starke Nachfrage bei Rezepten, massiver Druck im freien Verkauf – bei Redcare Pharmacy klaffen die Geschäftsbereiche weit auseinander. Während das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten Rekorde bricht, gerät das lukrative Segment für rezeptfreie Arzneien unter Beschuss. Zwei der mächtigsten deutschen Drogerieketten drängen aggressiv in den Markt und stellen die Erholungsstory der Aktie auf eine harte Probe.
Drogerieketten attackieren das Kerngeschäft
Die Konkurrenz im deutschen Online-Apothekenmarkt verschärft sich spürbar. Die Drogeriekette dm hat Ende 2025 ihre Plattform „dm-med“ gestartet. Konkurrent Rossmann zieht in diesem Jahr nach. Das Unternehmen operiert dabei direkt aus den Niederlanden, dem Heimatmarkt von Redcare. Ein entscheidender Vorteil für Rossmann ist die eigene App mit rund 11 Millionen aktiven Nutzern.
CEO Olaf Heinrich reagierte bereits auf den wachsenden Druck. Er senkte die Wachstumsprognose für das OTC-Segment (Over-the-Counter) von ursprünglich 16 Prozent auf eine Spanne von 8 bis 10 Prozent. Parallel dazu schrumpfte das mittelfristige Margenziel von 8 auf 5 Prozent. Selbst das leichte OTC-Wachstum von 9,7 Prozent im ersten Quartal 2026 ändert wenig an der strategischen Herausforderung.
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Starkes Rx-Geschäft federt Druck ab
Das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten (Rx) bildet den entscheidenden Puffer. Hier glänzt Redcare mit einem Marktanteil von 67 Prozent im deutschen Online-Segment. Die vorläufigen Zahlen für das erste Quartal belegen diese Dominanz. Der Rx-Umsatz sprang konzernweit um 35 Prozent auf 315 Millionen Euro. In Deutschland wuchs dieses Geschäft sogar um 55 Prozent auf 168 Millionen Euro und übertraf die Analystenerwartungen deutlich.
Ein regulatorischer Rückenwind könnte diesen Burggraben weiter vertiefen. Eine Expertenkommission empfiehlt, die gesetzlichen Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Medikamente um 50 Prozent anzuheben. Gesundheitsministerin Nina Warken will entsprechende Gesetze zügig vorantreiben. Analysten wie Felix Dennl vom Bankhaus Metzler werten dies als strukturellen Vorteil für Versandapotheken. Höhere Eigenbeteiligungen dürften preissensible Kunden verstärkt zu günstigeren Online-Alternativen treiben. Hinzu kommt: Rossmann schließt einen Einstieg in den Rx-Markt explizit aus.
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Hohe Investitionen und tiefe Bewertung
Dieser Strukturwandel fällt in eine Phase maximaler Kapitalausgaben. Das Management deklarierte 2026 zum Jahr der Höchstinvestitionen. Im Zentrum steht ein neues Logistikzentrum im tschechischen Pilsen, das die Jahreskapazität um 15 Millionen Pakete erhöhen soll. Ab 2027 soll die Investitionsquote wieder unter zwei Prozent des Umsatzes fallen.
An der Börse spiegelt sich diese Übergangsphase in einer extremen Volatilität wider. Mit einem aktuellen Kurs von 45,16 Euro notiert das Papier fast 67 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 136,20 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf knapp 33 Prozent. Der RSI-Wert von 25,1 signalisiert aktuell einen stark überverkauften Zustand. Analysten bleiben indes optimistisch. Die Deutsche Bank bestätigt ihr „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 99 Euro, Jefferies ruft sogar 150 Euro auf.
Am 6. Mai muss das neue Führungsteam Farbe bekennen. Der detaillierte Quartalsbericht wird offenlegen, ob das rasante Wachstum im Rx-Geschäft die sinkenden Margen im umkämpften OTC-Segment tatsächlich kompensieren kann. Das Management hat die Jahresziele von 13 bis 15 Prozent Umsatzwachstum und einer bereinigten EBITDA-Marge von mindestens 2,5 Prozent bekräftigt. Diese Kennzahlen bilden die harte Messlatte für die kommenden Monate.
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