Redcare Pharmacy steht von zwei Seiten unter Druck. Während Drogeriegiganten wie dm und Rossmann massiv in den Markt für rezeptfreie Medikamente drängen, musste das Management die eigenen Margenziele deutlich kappen. Ein geplanter politischer Beschluss zu E-Rezepten könnte nun jedoch zu einem unerwarteten Gewinntreiber werden und das Ruder herumreißen.
Konkurrenz zwingt zur Prognosekürzung
Die Wettbewerbslandschaft im Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten (OTC) verschärft sich spürbar. Zum Jahreswechsel startete dm seine digitale Plattform „dm-med“, die aus Tschechien heraus operiert. Auch Rossmann plant für 2026 den Einstieg in den Online-Apothekenmarkt. Als zentraler Zugangspunkt soll dabei die hauseigene App mit rund elf Millionen Nutzern dienen.
Trotz eines soliden Jahres 2025, in dem der Konzernumsatz um 24 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro kletterte, zwingt diese Entwicklung das Management zur Vorsicht. Die Wachstumsprognose für das OTC-Segment wurde von 16 Prozent auf 8 bis 10 Prozent gesenkt. Gleichzeitig reduzierte CEO Olaf Heinrich das mittelfristige Margenziel von 8 auf 5 Prozent. Als Gründe nannte er den hohen Wettbewerbsdruck sowie die anfangs schleppende Einführung des E-Rezepts.
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Rezeptgebühr als politischer Hebel
Im regulierten Bereich der verschreibungspflichtigen Medikamente (Rx) zeichnet sich hingegen Entlastung ab. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken plant, die Festvergütung für rezeptpflichtige Medikamente von derzeit 8,35 Euro auf 9,50 Euro anzuheben. Eine entsprechende Verordnung wird für dieses Frühjahr erwartet.
Da Redcare jeden zusätzlichen Cent in diesem Segment fast vollständig als operativen Gewinn verbuchen kann, birgt dieser Schritt einen enormen Hebel für die Profitabilität. Zudem bleibt das Rx-Geschäft eine geschützte Bastion für das Unternehmen, da die neuen Drogerie-Konkurrenten diesen stark regulierten Bereich vorerst komplett aussparen.
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Leerverkäufer reduzieren Positionen
Die operative Unsicherheit spiegelt sich unmissverständlich im Kursverlauf wider. Am heutigen Donnerstag markierte der Titel bei 31,70 Euro ein neues 52-Wochen-Tief und hat damit seit Jahresbeginn fast 53 Prozent an Wert verloren. Allerdings deuten Daten des Analysehauses Hazeltree darauf hin, dass institutionelle Leerverkäufer ihre Short-Positionen zuletzt um mehr als zehn Prozent abgebaut haben. Marktbeobachter werten dies als Indiz dafür, dass einige Profi-Akteure das Abwärtspotenzial auf dem aktuellen Kursniveau als begrenzt einschätzen.
Auf personeller Ebene stellt sich das Unternehmen derweil neu auf. Auf der Hauptversammlung am 15. April 2026 steht neben dem Abgang dreier langjähriger Aufsichtsratsmitglieder auch die formelle Bestellung des neuen Finanzchefs Hendrik Krampe an, der zuvor bei Amazon tätig war. Am 6. Mai folgen dann die Zahlen für das erste Quartal. Dieser Bericht wird den ersten konkreten Beleg liefern, ob das Wachstum bei den E-Rezepten ausreicht, um die strukturellen Einbußen im OTC-Kerngeschäft aufzufangen.
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