Redington hat heute für das zweite Quartal des Geschäftsjahres FY27 einen kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg gemeldet. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 47,7% auf 42.947 Crore Rupien. Starkes Wachstum in Indien und im Technologiegeschäft trägt die Entwicklung. Eine Wertminderung bei der türkischen Tochter Arena und ein negativer freier Cashflow begrenzen allerdings das positive Ergebnisbild.
Technologiegeschäft treibt das Wachstum
Besonders dynamisch entwickelte sich die Technology Solutions Group: Ihr Umsatz legte im Jahresvergleich um 91% zu. Indien verzeichnete ein Umsatzplus von 67%. Im Nahen Osten und in Afrika erreichte das Wachstum 41%.
Die Expansion beschränkte sich damit weder auf einen einzelnen Geschäftsbereich noch auf eine einzelne Region. Auch die übrigen ausgewiesenen Sparten meldeten deutliche Zuwächse. Das verleiht dem Umsatzanstieg eine breitere Grundlage als ein isolierter Wachstumsschub.
Mobility Solutions steigerte den Umsatz um 40%, Software Solutions um 39% und Endpoint Solutions um 38%. Separate Umsatzzahlen für Datenzentren und künstliche Intelligenz weist Redington nicht aus.
Damit lässt sich der Beitrag dieser Themen zum Gesamtergebnis nicht einzeln beziffern. Das starke Wachstum der Technologiesparte steht dennoch als wesentlicher operativer Treiber im Mittelpunkt der Quartalsbilanz.
Arena belastet den Gewinn
Der konsolidierte Nettogewinn erreichte 541 Crore Rupien und lag damit 39,6% über dem Vorjahresquartal. Ohne Sondereffekte bezifferte Redington den Gewinn nach Steuern auf 581 Crore Rupien.
Die Unterscheidung ist für Anleger wesentlich: Das bereinigte Ergebnis blendet eine Belastung aus, die den ausgewiesenen Gewinn tatsächlich minderte. Bei Arena zeigt sich zugleich ein deutlicher Gegenpol zum Wachstum anderer Konzernbereiche.
Der Umsatz der türkischen Tochter sank um 37%. Redington verbuchte eine außerordentliche Wertminderung von 80,33 Crore Rupien auf deren Markennamen. Den Aktionären zurechenbar verringerte diese den Gewinn um 39,68 Crore Rupien.
Die starke operative Entwicklung des übrigen Geschäfts beseitigt diese Schwäche somit nicht. Für die Bewertung der Ergebnisqualität bleiben sowohl die bereinigten Zahlen als auch die tatsächlichen Belastungen relevant.
Wachstumsausblick mit Vorbehalten
Für das zweite Halbjahr des Geschäftsjahres FY27 erwartet das Management ein Umsatzwachstum von über 25%. Diese Einschätzung steht unter dem Vorbehalt, dass weder eine deutliche Nachfrageschwäche noch weitere geopolitische Störungen eintreten.
Neben der Nachfrage verdient die Zahlungsstromentwicklung Aufmerksamkeit. Der Gewinnanstieg ging im Berichtsquartal nicht mit einem positiven freien Cashflow einher.
Im zweiten Quartal lag der freie Cashflow bei minus 1.871 Crore Rupien. Für das erste Halbjahr blieb er mit 583 Crore Rupien positiv.
An der Börse überwiegt heute dennoch die Zustimmung zu den Ergebnissen: Die Aktie gewinnt 9,4%. Entscheidend für die weitere Einordnung wird sein, ob Redington das hohe Wachstum mit einer besseren Zahlungsstromentwicklung verbinden und die Belastungen bei Arena begrenzen kann.
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