Der Börsengang der Digitaltochter Jio Platforms hat Reliance Industries eine außergewöhnlich hohe Anlegernachfrage beschert. Laut Reuters schloss die Platzierung gestern mit Geboten von mehr als 77 Milliarden $ ab. Das Emissionsvolumen betrug ₹30.213 Crore. Damit wurde Jio zur am stärksten überzeichneten Aktienplatzierung Indiens. Für Reliance steht damit das Interesse an der Digitaltochter im Mittelpunkt.
Institutionelle Anleger dominieren die Zeichnung
Die Nachfrage fiel allerdings je nach Anlegergruppe sehr unterschiedlich aus. Besonders institutionelle Investoren wollten bei der Platzierung zum Zuge kommen. Auch Privatanleger und bestehende Reliance-Aktionäre zeichneten mehr Aktien, als in ihren jeweiligen Kontingenten angeboten wurden.
Die institutionelle Tranche war laut Reuters 70,55-fach überzeichnet. Bei Privatanlegern lag die Überzeichnung bei 2,7-fach, im Kontingent für bestehende Reliance-Aktionäre bei 7,6-fach.
Diese Unterschiede sind für die Einordnung wichtig: Die Rekordnachfrage verteilte sich nicht gleichmäßig über alle Anlegergruppen. Eine hohe Überzeichnung beschreibt zunächst das Interesse an der Platzierung. Sie ist keine Zusage für die spätere Kursentwicklung und lässt sich nicht unmittelbar auf die Bewertung der Reliance-Aktie übertragen.
Bonitätsnoten ergänzen das Bild
Parallel zum Börsengang gab es am Mittwoch eine weitere Nachricht für Reliance: ICRA bestätigte die Bewertung des Programms nicht wandelbarer Schuldverschreibungen mit [ICRA]AAA und stabilem Ausblick. Das Programm umfasst ₹12.000 Crore. Dieselbe Note erhielten Bankkreditlinien über ₹50.000 Crore.
Damit betreffen die Nachrichten unterschiedliche Ebenen: Während die Jio-Platzierung die Nachfrage nach Anteilen der Digitaltochter zeigt, beziehen sich die Bonitätsurteile auf Finanzierungsinstrumente von Reliance. Beides sollte aus Anlegersicht getrennt bewertet werden.
Für das Commercial-Paper-Programm über ₹10.000 Crore bestätigte ICRA die Note [ICRA]A1+. Der insgesamt bewertete Betrag stieg von ₹22.000 Crore auf ₹72.000 Crore.
Energiegespräche bleiben von Zusagen getrennt
Neben dem Digitalgeschäft blieb Energie ein Gesprächsthema. Mukesh und Anant Ambani erörterten am Mittwoch mit US-Außenminister Marco Rubio globale Energiefragen. Laut Reuters ging es auch um die Verbindung von Energie- und Digitalinfrastruktur einschließlich Rechenzentren.
Rubio hatte am Dienstag erklärt, Reliance zur Verarbeitung von mehr venezolanischem Rohöl in Indien ermutigen zu wollen. Auch eine mögliche Ölförderung in Venezuela gehörte zu seinem Vorschlag. Das war keine Zusage von Reliance. Anders als der abgeschlossene Jio-Börsengang liefern diese Gespräche daher noch keinen bestätigten operativen Schritt des Unternehmens.
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