Renault Aktie: Milliardenverlust schockt

Renault erzielt operativen Gewinn trotz eines bilanziellen Nettoverlusts von 11 Milliarden Euro, der auf eine Abschreibung der Nissan-Beteiligung zurückgeht. Absatz und Umsatz wachsen.

Renault Aktie
Kurz & knapp:
  • Bilanzieller Verlust durch Nissan-Abschreibung
  • Wachstum bei Umsatz und Fahrzeugabsatz
  • Starker Anstieg bei Elektro- und Hybridautos
  • Stabile Dividende trotz Bilanzbelastung

Die Renault-Aktie steht unter Druck, nachdem der französische Autobauer am Donnerstag seine Jahreszahlen für 2025 vorgelegt hat. Der ausgewiesene Nettoverlust von 10,93 Milliarden Euro dürfte selbst hartgesottene Anleger aufhorchen lassen. Doch ein Blick hinter die Kulissen zeigt: Die operative Realität sieht deutlich besser aus als die blanken Zahlen vermuten lassen.

Nissan-Abschreibung verzerrt das Bild

Das Drama in der Bilanz hat einen Namen: Nissan. Eine nicht-zahlungswirksame Abschreibung von 9,3 Milliarden Euro auf die Beteiligung am japanischen Partner sowie weitere 2,33 Milliarden Euro negative Beiträge aus assoziierten Unternehmen reißen ein gewaltiges Loch in die Jahresbilanz. Rechnet man diese Nissan-Effekte heraus, bleibt ein Nettogewinn von 715 Millionen Euro – ein deutlich moderateres Bild, wenngleich ein Rückgang gegenüber den bereinigten 2,76 Milliarden Euro aus 2024.

Der Umsatz kletterte immerhin um 3,0 Prozent auf 57,92 Milliarden Euro, bei konstanten Wechselkursen sogar um 4,5 Prozent. Die operative Marge allerdings litt: Sie fiel von 7,6 Prozent auf 6,3 Prozent. Belastend wirkten unter anderem Währungseffekte durch die Abwertung der türkischen Lira und des argentinischen Peso sowie höhere Garantiekosten von 160 Millionen Euro.

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Elektro-Offensive zeigt erste Erfolge

Bei den Absatzzahlen kann Renault hingegen punkten. Mit 2,34 Millionen verkauften Fahrzeugen weltweit wuchs der Konzern um 3,2 Prozent – und damit doppelt so stark wie der Gesamtmarkt mit 1,6 Prozent. Besonders bemerkenswert: In Europa stiegen die Verkäufe von batterieelektrischen Fahrzeugen um satte 77,3 Prozent, Hybride legten um 35,2 Prozent zu. Der Elektroanteil erreichte 14 Prozent, Hybride machen bereits 30 Prozent der Verkäufe aus.

Der freie Cashflow im Automotive-Segment belief sich auf 1,47 Milliarden Euro, deutlich unter den 2,88 Milliarden Euro des Vorjahres. Restrukturierungskosten von 300 Millionen Euro und ein negativer Working-Capital-Effekt von 190 Millionen Euro belasteten zusätzlich. Die Nettofinanzposition blieb mit 7,37 Milliarden Euro zum Jahresende aber stabil.

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Ausblick bleibt verhalten

Für 2026 stellt CEO François Provost eine operative Marge von rund 5,5 Prozent und einen freien Cashflow von etwa 1,0 Milliarde Euro in Aussicht – beides unter den Werten von 2025. Die internationale Expansion und der wachsende Elektroanteil sollen zwar Umsatz bringen, belasten aber zunächst die Margen. Mittelfristig peilt Renault eine operative Marge von 5 bis 7 Prozent an.

Trotz des bilanziellen Desasters bleibt die Dividende bei 2,20 Euro je Aktie stabil. Über die Ausschüttung wird die Hauptversammlung am 30. April 2026 entscheiden, Zahltag wäre der 12. Mai 2026. Ein Signal an die Aktionäre, dass das Management die operative Substanz intakt sieht – auch wenn die Nissan-Altlasten die Bilanz verhageln.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.