Renditen auf Mehrjahreshochs belasten weltweite Anleihemärkte

Inflationsrisiken, hohe Ölpreise und Staatsanleihen belasten Anleihen; KI-Investitionen stützen die Aktienmärkte.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • US-Rendite steigt im Quartal um 81 Basispunkte
  • Deutsche und französische Renditen auf Mehrjahreshochs
  • Japanischer Zinssatz legt um 42 Basispunkte zu
  • KI-Investitionen stützen Aktien trotz Zinsdruck

Anhaltender Inflationsdruck, teures Öl und eine Flut staatlicher Emissionen treiben die Renditen weltweit auf Niveaus, die Anleger seit Jahrzehnten nicht gesehen haben. Während die Kurse von Schuldtiteln ein ernüchterndes Quartal abschließen, halten sich die Aktienmärkte bemerkenswert stabil. Dahinter steht vor allem das ungebrochene Vertrauen in Investitionen rund um Künstliche Intelligenz.

Steigende Finanzierungskosten rund um den Globus

Die zehnjährige US-Staatsanleihe gibt den Takt an. Ihre Rendite stieg im dritten Quartal um 81 Basispunkte und verharrt nahe ihrem Höchststand seit 2007. Der Anstieg markiert das stärkste Plus innerhalb eines Vierteljahres seit 2022.

Auch außerhalb der Vereinigten Staaten zieht das Zinsniveau an. In Deutschland und Frankreich erreichten die Renditen zehnjähriger Staatspapiere in dieser Woche Höchststände, wie sie seit 17 beziehungsweise 18 Jahren nicht mehr verzeichnet wurden. In Japan kletterte der entsprechende Satz im Quartal um 42 Basispunkte.

Getrieben wird diese Bewegung von hartnäckigen Teuerungsrisiken. Der Konflikt im Nahen Osten hält die Energiekosten hoch, Rohöl der Sorte Brent notiert bei 103,16 Dollar je Barrel. Parallel dazu wächst bei vielen Investoren die Sorge angesichts der weltweiten Staatsverschuldung, was die Risikoaufschläge für langlaufende Anleihen nach oben treibt.

Aktienmärkte koppeln sich vorerst ab

An den Aktienbörsen bleibt die Reaktion bislang verhalten. Höhere risikofreie Zinsen verteuern zwar Refinanzierungen, aber das nominale Wirtschaftswachstum und solide Unternehmensgewinne federn den Druck ab. Marktbeobachter sehen Belastungen vor allem außerhalb der großen Technologiekonzerne, deren hohe Investitionen in Rechenzentren und Infrastruktur weiterhin Fantasie wecken.

Etwas Druck vom kurzen Ende der Zinskurve nahm der New Yorker Fed-Präsident John Williams. Seine Äußerung, es gebe keine Eile für rasche Zinsschritte und ein einziger weiterer Zinsschritt reiche in diesem Jahr aus, beruhigte das Parkett. Die an den Terminmärkten gehandelte Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Federal Reserve im Oktober sank prompt von 74,6 Prozent auf 49,4 Prozent.

Konkrete Hinweise auf den weiteren Kurs der US-Geldpolitik liefern die anstehenden Preisdaten sowie der offizielle Arbeitsmarktbericht am Freitag. Fallen diese Daten überraschend stark aus, dürften die Zinssorgen an den Anleihemärkten unmittelbar zurückkehren.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.