Ein Auftragsbestand von rund 7 Milliarden Euro — das entspricht dem Fünffachen des Jahresumsatzes 2025. Für die Renk Group ist das eine bemerkenswert solide Ausgangslage, während der europäische Rüstungssektor weiter boomt.
Starkes Quartal, starkes Momentum
Im ersten Quartal 2026 steigerte Renk den Umsatz auf 283,61 Millionen Euro — ein Plus von gut vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch deutlicher fiel die Entwicklung beim Gewinn aus. Das Ergebnis je Aktie sprang von 0,01 Euro auf 0,15 Euro. Für das Gesamtjahr 2026 rechnen Analysten mit einem EPS von rund 1,73 Euro. Die operative Marge hält sich stabil oberhalb von zwölf Prozent.
Die Aktie notiert aktuell bei 56,31 Euro — rund neun Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 43,99 Euro, das Mitte Mai markiert wurde, hat sich das Papier um 28 Prozent erholt.
Geopolitik als Dauertreiber
Das Marktumfeld liefert weiter Rückenwind. Bundesverteidigungsminister Pistorius plant eine Ausweitung der Dienstpflicht für Reservisten. Ziel: die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr bis Mitte der 2030er Jahre deutlich zu erhöhen. NATO-Übungen wie „Freedom Shield“ in Litauen — mit rund 2.900 Soldaten und 800 Fahrzeugen — zeigen den anhaltenden Bedarf an schwerem Gerät. Renk liefert dafür spezialisierte Getriebelösungen, sowohl für Landsysteme als auch im maritimen Bereich.
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Kein Wunder, dass Analysten wie Maximilian Berger das Momentum als zunehmend stark einstufen.
RSI im überkauften Bereich
Nach einem Monatsplus von knapp 15 Prozent läuft die Aktie technisch heiß. Der RSI liegt bei 73,4 — ein Niveau, das auf überkaufte Bedingungen hindeutet. Das 52-Wochen-Hoch bei 88,73 Euro bleibt noch weit entfernt; der Abstand beträgt rund 37 Prozent.
Ob die aktuelle Konsolidierung anhält oder der nächste Schub kommt, dürfte sich spätestens am 6. August zeigen. Dann legt Renk die Zahlen für das zweite Quartal vor. Bis dahin werden vor allem Meldungen zu neuen Großaufträgen den Kurs prägen.
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