Technologische Premiere auf der einen Seite, Kursrückgang auf der anderen. Renk präsentiert auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris ein neues unbemanntes Kettenfahrzeug — und verliert trotzdem fast 3,5 Prozent.

Kooperation mit Patria: Das Heavy UGV debütiert

Renk und der finnische Partner Patria stellten heute das gemeinsame Konzept eines schweren unbemannten Kettenfahrzeugs vor. Das sogenannte Heavy Unmanned Ground Vehicle basiert auf Patrias modularer TRACKX-Plattform und zielt auf die wachsenden NATO-Anforderungen an autonome Landsysteme ab.

Herzstück der Kooperation ist das neue HSWL 076-Getriebe von Renk. Es wiegt rund 700 Kilogramm und ist für unbemannte Fahrzeuge zwischen 10 und 20 Tonnen ausgelegt. Bis zu 90 km/h sind damit möglich. Patria hat bereits einen Vorserienauftrag für das Getriebe erteilt.

Geopolitik belastet den gesamten Sektor

Der Kursrückgang hat wenig mit Renk selbst zu tun. Berichte über ein mögliches Iran-Abkommen drücken heute auf die gesamte Rüstungsbranche. Rheinmetall und Hensoldt verzeichnen ebenfalls Verluste. Renk gehört damit zu den schwächeren Werten im MDAX.

Die Aktie notiert aktuell bei 45,56 Euro — rund 11 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn hat der Kurs fast 17 Prozent verloren. Das 52-Wochen-Hoch vom Oktober 2025 bei 88,73 Euro liegt inzwischen knapp 49 Prozent entfernt.

Quartalszahlen als nächster Prüfstein

Im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz auf 283,61 Millionen Euro — ein Plus von gut vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr rechnen Analysten mit einem Gewinn von 1,73 Euro je Aktie.

Am 6. August 2026 veröffentlicht Renk die Zahlen zum zweiten Quartal. Dann zeigt sich, ob das operative Geschäft den Kursverfall abfedern kann — oder ob der Abstand zum 52-Wochen-Tief bei 42,12 Euro weiter schrumpft.