Renk Group hat im ersten Halbjahr 2026 einen Auftragseingang von 1,195 Milliarden Euro verbucht – ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Rüstungszulieferer profitiert damit weiter von der anhaltend hohen Nachfrage nach Verteidigungstechnik in Europa. Das bereinigte EBIT stieg um 10,1 Prozent auf 98,2 Millionen Euro, der Auftragsbestand legte ebenfalls zu.

Im zweiten Quartal allein kamen Bestellungen über 613 Millionen Euro herein, der Umsatz lag bei 354 Millionen Euro, das bereinigte EBIT bei 56 Millionen Euro. Besonders die Sparte Vehicle Mobility Systems zeigte sich robust: Dort weitete sich die Marge um 240 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr aus, getragen von Skaleneffekten und einem modularen Montagekonzept.

Für das laufende Jahr bestätigte das Unternehmen seine Prognose: Der Umsatz soll die Marke von 1,5 Milliarden Euro übersteigen, das bereinigte EBIT wird zwischen 255 und 285 Millionen Euro erwartet. Die Zahlen unterstreichen, dass Renk trotz volatiler Kapitalmärkte operativ auf Kurs bleibt.

Übernahme und Refinanzierung flankieren das Wachstum

Parallel zum operativen Geschäft treibt Renk seine strategische Expansion voran. Anfang Juli hatte das Unternehmen die Übernahme von David Brown Defence von Stellex Capital Management angekündigt.

Der britische Getriebespezialist mit rund 530 Mitarbeitenden in Huddersfield bringt über hundert Jahre Erfahrung in der Fertigung von Hochpräzisionsgetrieben mit. Bloomberg bezifferte die Bewertung der Transaktion auf 200 bis 250 Millionen US-Dollar. Der Abschluss wird nach behördlichen Genehmigungen im vierten Quartal 2026 erwartet.

Ende Juli schloss Renk zudem eine umfassende Refinanzierung ab. Ein neues, unbesichertes Kreditpaket im Volumen von 1,05 Milliarden Euro ersetzt die bisherige LBO-Finanzierung aus dem Börsengang. Die Struktur setzt sich aus einem Konsortialkredit über 450 Millionen Euro, einer revolvierenden Kreditlinie über 225 Millionen Euro sowie einer Garantielinie über 375 Millionen Euro zusammen.

Die Laufzeit beträgt fünf Jahre mit zwei einjährigen Verlängerungsoptionen. Für Anleger ist das ein deutliches Signal: Renk löst sich schrittweise von den engeren Finanzierungsbedingungen der Zeit nach dem Börsengang und verschafft sich mehr Spielraum für weitere Zukäufe.

Kursverlauf spiegelt operative Stärke, aber auch Nervosität

An der Börse zeigt sich die Gemengelage aus guten Geschäftszahlen und schwankungsanfälligem Marktumfeld deutlich. Die Aktie notiert aktuell bei 50,58 Euro und legte damit auf Tagesbasis um 0,7 Prozent zu.

Über die vergangenen 30 Tage steht ein Plus von 18 Prozent, was die positive Aufnahme der jüngsten Unternehmensmeldungen widerspiegelt. Seit Jahresbeginn liegt das Papier allerdings noch mit 6,2 Prozent im Minus, und der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 90,20 Euro aus dem Oktober beträgt weiterhin 44 Prozent.

Auch bei den Stimmrechten gab es zuletzt Bewegung: BlackRock meldete Ende Juli eine Anpassung seiner Position, die direkten Stimmrechte stiegen auf 3,46 Prozent, während Finanzinstrumente auf 0,60 Prozent sanken. Die Gesamtbeteiligung blieb mit 4,07 Prozent unverändert.

Mit dem Rekordauftragseingang, der bestätigten Guidance und der neu aufgestellten Finanzierung liefert Renk Group derzeit gleich mehrere Argumente für Anleger, die auf die anhaltende Verteidigungskonjunktur in Europa setzen.