Der britische Schädlingsbekämpfer Rentokil Initial sieht sich auf dem wichtigen US-Markt mit zunehmenden Herausforderungen konfrontiert. Am gestrigen Dienstag senkte die US-Bank Morgan Stanley ihre Einstufung für die Aktie von „Overweight“ auf „Equal-weight“.
Gleichzeitig reduzierten die Analysten das Kursziel um 16 Prozent von 500 Pence auf 420 Pence. Medienberichten zufolge begründete das Bankhaus den Schritt mit dem härteren Wettbewerb in den USA, niedrigeren Bewertungs-Multiplikatoren der Vergleichsunternehmen und der Erwartung schwächerer Zahlen für das dritte Quartal.
Zudem warnte das Institut vor einem möglicherweise langwierigen Konzernumbau. Die Marktstruktur im US-Geschäft hat sich nach Einschätzung der Analysten spürbar verändert.
So stieg der Umsatzanteil von Anbietern mit Finanzinvestoren im Hintergrund unter den 100 führenden US-Schädlingsbekämpfungsunternehmen von rund einem Prozent vor zehn Jahren auf inzwischen mehr als 16 Prozent. Parallel dazu schrumpften zuletzt die Ausgaben von Rentokil Initial für Zukäufe.
Verschlankung des Portfolios läuft
Um die Konzernstrukturen zu vereinfachen, trennt sich das Unternehmen von Randbereichen. Bereits am 22. September vereinbarte Rentokil Initial den Verkauf von SOLitude Lake Management sowie des Bereichs Vertex Aquatic Solutions an Bain Capital. Die Transaktion besitzt ein Volumen von 230 Millionen Dollar auf schulden- und barübertragungsfreier Basis.
Nach Abzug von Steuern verbleibt dem Unternehmen aus dieser Veräußerung ein geschätzter Barmittelzufluss von rund 180 Millionen Dollar. Der Abschluss des Verkaufs hängt noch von der regulatorischen Freigabe nach dem US-amerikanischen Hart-Scott-Rodino-Gesetz ab und soll Anfang des vierten Quartals 2026 vollzogen werden.
Mit den Mitteln soll die Gruppe weiter fokussiert werden, während sich das Management auf die Bewältigung der operativen Hürden im Kernmarkt konzentriert.
Meldepflichtige Verschiebung bei Großaktionär
Auf Ebene der Aktionärsstruktur gab es unterdessen eine formelle Veränderung. Wie das Unternehmen am heutigen Mittwoch im Rahmen einer Stimmrechtsmitteilung bekannt gab, hält der Vermögensverwalter BlackRock insgesamt 13,42 Prozent der Stimmrechte.
Dieser Anteil setzt sich aus 9,98 Prozent an direkten Aktien sowie 3,44 Prozent über Finanzinstrumente zusammen. Insgesamt entspricht dies 339.573.725 Stimmrechten. Die meldepflichtige Schwelle wurde am 28. September überschritten.
An den Finanzmärkten spiegelt sich die Skepsis der Investoren im bisherigen Jahresverlauf deutlich wider. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 31 Prozent und notiert derzeit bei 3,53 Euro.
Am 22. Oktober 2026 steht der nächste wichtige Termin für das Unternehmen an: Dann legt Rentokil Initial das Trading Update für das dritte Quartal vor, an dem sich zeigen dürfte, wie stark sich der Gegenwind im US-Geschäft tatsächlich auf die Zahlen ausgewirkt hat.
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