Das britische Fintech-Unternehmen baut seine Marktposition in Zentral- und Osteuropa zügig aus. Gestern gab Revolut bekannt, in Rumänien die Marke von fünf Millionen Privatkunden überschritten zu haben.
Innerhalb von weniger als zwölf Monaten gewann das Institut in diesem Markt mehr als 500.000 Neukunden hinzu. Als Reaktion auf den Kundenzuwachs bereitet das Unternehmen derzeit eine neue Zentrale in Bukarest vor, die eine Bürofläche von 1.300 Quadratmetern umfassen soll.
Die Dynamik unterstreicht die Rolle Rumäniens als eine der wichtigsten europäischen Bastionen für das Unternehmen. Während das Fintech in vielen westlichen Ländern vor allem als Zweitkonto oder Reisebegleiter genutzt wird, etabliert sich die Anwendung in osteuropäischen Märkten zunehmend als Hauptbankverbindung. Die Vergrößerung der lokalen Präsenz in Bukarest spiegelt diese Entwicklung wider.
Lizenzoffensive in Südamerika und der Schweiz
Parallel zum organischen Wachstum im europäischen Privatkundengeschäft treibt das Management die globale Bankenstruktur voran. Im September erhielt das Unternehmen die operative Lizenz der Finanzaufsicht in Kolumbien. Damit sind die regulatorischen Voraussetzungen erfüllt, um im Land vollwertige Bankdienste anzubieten.
Auch auf dem europäischen Kontinent erweitert der Finanzdienstleister sein regulatorisches Fundament. Vor zwei Wochen beantragte Revolut eine Schweizer Banklizenz. Verbunden mit diesem Schritt kündigte das Unternehmen an, über einen Zeitraum von fünf Jahren mehr als 150 Millionen CHF in den Standort Schweiz investieren zu wollen.
Der gezielte Aufbau regulierter Bankgesellschaften weltweit gilt als zentraler Baustein in der Vorbereitung auf den angestrebten Börsengang. Das Institut stärkt dadurch seine regulatorische Unabhängigkeit und erschließt sich stabile Ertragsquellen im Zins- und Kreditgeschäft.
Technologietests und Sicherheitsvorfall bei Partner
Neben den Lizenzen forciert das Institut die Weiterentwicklung eigener Bezahldienste. Am 24. September startete Revolut in Großbritannien einen Pilotversuch für kontaktloses Bezahlen per Gesichtserkennung über das Kassensystem Revolut Register.
In ausgewählten Cafés der Kette Kiss the Hippo testete das Unternehmen das Verfahren unter dem Namen Pay with Smile. Händlern wurden dabei für die Transaktionen Bearbeitungsgebühren in Höhe von null Prozent gewährt.
Gleichzeitig sah sich das Fintech mit externen Sicherheitsrisiken konfrontiert. Am 24. September bestätigte das Unternehmen, dass Kunden von einem Datenvorfall beim US-amerikanischen Wertpapierbroker DriveWealth betroffen waren. Bei dem Partner kam es zu einem unbefugten Zugriff auf historische persönliche Daten.
Revolut stellte klar, dass die eigenen Systeme, die Kundengelder und die Wertpapieranlagen zu keinem Zeitpunkt kompromittiert wurden. Dennoch zeigt der Vorfall, wie eng verflochten globale Fintech-Geschäftsmodelle mit externen Dienstleistern agieren.
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