Starke Nachfrage, schwache Kurse. Bei Rheinmetall klaffen operatives Geschäft und Börsenbewertung derzeit weit auseinander. Der Rüstungskonzern sitzt auf prall gefüllten Auftragsbüchern. Die Aktie handelt dennoch nahe ihrem Jahrestief.
Am Freitag schloss das Papier bei 1.357,80 Euro. Das entspricht einem Minus von gut 15 Prozent seit Jahresbeginn. Die schwache Kursentwicklung überrascht auf den ersten Blick.
Allein in der vergangenen Woche sicherte sich der Konzern neue Verträge. Das Volumen liegt bei fünf Milliarden Euro. Der gesamte Auftragsbestand kletterte im Jahresvergleich um 36 Prozent.
Der entscheidende Margentest
Am 7. Mai legt Rheinmetall die Zahlen für das erste Quartal vor. Aktionäre fordern nun konkrete Beweise. Die massiven Aufträge müssen sich in der Profitabilität niederschlagen. Ein starker Bericht könnte die Lücke zwischen Auftragsrealität und Kursniveau schließen. Für das Gesamtjahr peilt das Management eine operative Marge von rund 19 Prozent an.
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Höhere Dividende und strategische Zukäufe
Fünf Tage nach dem Quartalsbericht folgt die Hauptversammlung. Aktionäre sollen deutlich mehr Geld erhalten. Der Vorstand schlägt eine Dividende von 11,50 Euro je Aktie vor. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 8,10 Euro. Wer von der Ausschüttung profitieren will, muss das Papier am Tag der Versammlung im Depot halten.
Parallel dazu baut Rheinmetall sein Portfolio aus. Das Unternehmen übernimmt 51 Prozent am kroatischen Fahrzeugspezialisten DOK-ING. Kroatien wird damit zum Zentrum für autonome Militärfahrzeuge. Die Partner planen ein unbemanntes Unterstützungssystem namens „Wingman“. Behörden müssen dem Deal noch zustimmen. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.
Warten auf den Milliarden-Deal
Das größte Potenzial liegt in der Zukunft. Das Bundeswehr-Programm „Arminius“ umfasst voraussichtlich mehr als 3.000 zusätzliche Radpanzer. Der Konzernchef schätzt das Volumen auf bis zu 40 Milliarden Euro. Einen finalen Vertrag erwarten Marktbeobachter bis Mitte 2026.
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