Am 16. Juli 2026 gab der Konzern bekannt, als Partner im von Raytheon UK geführten Konsortium „Omnia-Training“ einen Anteil von rund 1,0 Milliarden Euro an einem 15-jährigen Programm zu erhalten. Ziel des Vorhabens ist die Digitalisierung der Gefechtsausbildung der britischen Armee. Der Auftrag reiht sich in eine dichte Folge von Meldungen ein, die den Düsseldorfer Rüstungskonzern in den vergangenen Tagen begleitet haben.
Dichtes Nachrichtenbündel aus Rüstung und Weltraum
Bereits einen Tag zuvor, am 15. Juli, hatten Rheinmetall und Space Norway ein Memorandum of Understanding zur Kooperation bei der weltraumgestützten maritimen Überwachung unterzeichnet. Über das Joint Venture Rheinmetall ICEYE Space Solutions bringt Rheinmetall dabei X-Band-Radardaten ein, Space Norway steuert C-Band-Kapazitäten bei.
Parallel dazu meldete der Konzern am 14. Juli die erste Lieferung von 155mm-Artilleriemunition aus dem neuen Werk in Unterlüß an die Ukraine. Die Sendung umfasst eine niedrige fünfstellige Anzahl an Geschossen, der Gesamtauftrag soll noch im laufenden Jahr abgeschlossen werden. Am selben Tag schloss Rheinmetall die erste Schulung der britischen Armee an autonomen HX-Logistik-Konvois ab, durchgeführt im Vorfeld einer internationalen Großübung. Einen Tag später übernahm die Tochtergesellschaft Rheinmetall MAN Military Vehicles im Auftrag des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr die Gesamtverantwortung für das Forschungsprojekt „InterRoC VII“, das die herstellerübergreifende Automatisierung militärischer Logistikkonvois vorantreiben soll.
Auch außerhalb Europas ist Rheinmetall aktiv: Die kuwaitischen Seestreitkräfte erteilten dem Konzern am 10. Juli einen Großauftrag über MASS-Täuschkörperwerfer zur maritimen Selbstverteidigung. Medienberichten zufolge wird Rheinmetall zudem ab 2026 am Standort Unterlüß gemeinsam mit Lockheed Martin das Raketensystem ATACMS für den europäischen Markt fertigen.
Analysten bleiben trotz Kursrutsch positiv
Trotz der Auftragsflut hat sich das Sentiment der Analysten zuletzt nur bedingt in Kurszielanhebungen niedergeschlagen. Jefferies bestätigte am 10. Juli das Rating „Buy“ mit einem Kursziel von 1.300 Euro. UBS beließ die Einstufung für Rheinmetall am 7. Juli ebenfalls auf „Buy“, nannte jedoch ein deutlich höheres Kursziel von 1.600 Euro. Beide Kursziele liegen damit erheblich über dem aktuellen Kursniveau.
Belastungsfaktor F126 bleibt im Raum
Neben den positiven Auftragsmeldungen lastet weiterhin ein ungelöstes Risiko auf der Aktie. Per Ad-hoc-Mitteilung hatte Rheinmetall am 2. Juli bekanntgegeben, dass der Bund die Stornierung der Fregatten 5 und 6 des Programms F126 prüfe. Bleiben Kompensationsmaßnahmen aus, droht dem Konzern für das Geschäftsjahr 2026 ein Umsatzverlust von bis zu 300 Millionen Euro. Dieses Risiko dürfte auch bei der Vorlage des Berichts zum zweiten Quartal am 6. August 2026 im Fokus der Anleger stehen.
Aktie bleibt unter Druck
An der Börse hat die Vielzahl positiver Nachrichten der Aktie bislang keine nachhaltige Trendwende beschert. Zum Freitagsschluss stand der Kurs bei 978,00 Euro, nach einem Tagesplus von 1,85 Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Rückgang von 16,11 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat das Papier 37,03 Prozent verloren. Die Diskrepanz zwischen operativer Auftragsdynamik und Kursverlauf bleibt damit vorerst bestehen – die anstehenden Halbjahreszahlen könnten zeigen, ob sich das ändert.
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