Rumänien hat am 31. Mai Rüstungsverträge über 5,6 Milliarden Euro unterzeichnet. Rheinmetall steht im Zentrum dieses Pakets. Der Deal trifft auf eine Aktie, die sich zuletzt erholt hat, aber noch deutlich unter Druck steht.
Finanziert wird die Beschaffung aus dem EU-SAFE-Programm. Für Rheinmetall ist das mehr als ein weiterer Auftrag. Es ist ein Test, wie schnell der Konzern seine prall gefüllte Pipeline in Umsatz verwandelt.
Rheinmetall bekommt den größten Block
Der größte Teil des Pakets geht in deutsche Panzerfahrzeuge von Rheinmetall. 3,3 Milliarden Euro fließen in den Kauf von 298 Schützenpanzern des Typs KF41 Lynx.
Vertragspartner ist Rheinmetall Automecanica SRL, eine rumänische Tochter im Mehrheitsbesitz des Konzerns. Der lokale Wertschöpfungsanteil in Rumänien soll auf rund 40 Prozent steigen.
Weitere 980 Millionen Euro fließen in Flugabwehrsysteme von Rheinmetall Italia. Das zeigt, wie breit der Konzern im rumänischen Beschaffungspaket vertreten ist.
Das Paket umfasst sieben Skynex-Systeme. Für die Marine kommen zwei Skyranger-35-Systeme und zwei Millennium-Systeme hinzu.
SAFE-Struktur schafft Folgegeschäft
Beim Lynx-Programm hat Rumänien die Struktur angepasst. Über SAFE sollen zunächst 232 Fahrzeuge und Derivate im Wert von rund 2,598 Milliarden Euro laufen.
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Die restlichen 66 Fahrzeuge sind auf rund 739 Millionen Euro veranschlagt. Sie sollen über spätere Folgeverträge kommen.
Das ist wichtig für die Einordnung. Rheinmetall erhält einen großen Auftrag, aber ein Teil des Programms bleibt noch in der Pipeline. Genau dort liegt der Hebel für weitere Buchungen.
Pipeline passt zu Pappergers Ziel
Der Rumänien-Deal passt in die Ansage von Vorstandschef Armin Papperger. Er hatte für das zweite Quartal Nominierungen von rund 20 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.
Zum 31. März lag der gesamte Auftragsbestand bei 73 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 56 Milliarden Euro.
Die Bücher füllen sich also weiter. Entscheidend ist nun nicht nur die Auftragsflut, sondern die industrielle Abarbeitung.
Im zweiten Quartal bucht Rheinmetall außerdem den Bundeswehr-Auftrag über 2.000 Militär-LKW. Das Volumen liegt bei über einer Milliarde Euro.
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Prognose bleibt ambitioniert
Für das laufende Jahr hält das Management an der Prognose fest. Der Umsatz soll zwischen 14 und 14,5 Milliarden Euro landen. Die operative Marge soll etwa 19 Prozent erreichen.
Im ersten Quartal stieg der Umsatz auf 1.938 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 1.800 Millionen Euro.
Der Nettogewinn erhöhte sich auf 111 Millionen Euro nach 84 Millionen Euro. Die operative Basis passt damit zur wachsenden Pipeline.
Aktie erholt sich nur teilweise
Die Aktie schloss am Freitag bei 1.291,60 Euro und gewann in den vergangenen sieben Tagen 4,33 Prozent.
Seit Jahresanfang bleibt ein Minus von 19,35 Prozent, obwohl der Kurs seit dem Tief vom 13. Mai um 15,53 Prozent gestiegen ist.
Ende Mai platzierte Rheinmetall außerdem eine Anleihe über 500 Millionen Euro. Das Orderbuch war 7,8-fach überzeichnet.
Das spricht für starke Nachfrage am Kreditmarkt. Die Aktie verarbeitet den Wachstumsfall aber noch mit Vorsicht.
Am 10. Juni folgen die Quartalszahlen. Nach dem Rumänien-Vertrag zählt vor allem, wie schnell neue Aufträge in Umsatz, Marge und Cashflow wandern.
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