Rheinmetall Aktie: 4,768 Milliarden von Rumänien

Rheinmetall erhält von Rumänien Rüstungsaufträge im Wert von 4,8 Milliarden Euro. Der Deal unterstreicht die wachsende Bedeutung europäischer Verteidigungsprogramme.

Rheinmetall Aktie
Kurz & knapp:
  • Rumänien bestellt Lynx-Panzer und Flugabwehr
  • Auftragsvolumen von 4,8 Milliarden Euro
  • Finanzierung über EU-Instrument SAFE
  • Aktie reagiert verhalten auf die Nachricht

Rheinmetall startet mit einem frischen Großauftrag ins Wochenende. Rumänien hat kurz vor Fristablauf mehrere Rüstungsverträge unterzeichnet. Für den Düsseldorfer Konzern zählt dabei nicht nur das Volumen. Der Auftrag zeigt, dass Europas Verteidigungsprogramme nun konkreter im Orderbuch landen.

Rumänien schafft den SAFE-Termin

Das rumänische Verteidigungsministerium meldete am 29. Mai Verträge über 4,768 Milliarden Euro ohne Mehrwertsteuer. Sie umfassen Lynx-Schützenpanzer, Flugabwehrsysteme und 35-mm-AHEAD-Munition.

Die Finanzierung läuft über das EU-Instrument SAFE. Der Abschluss kam kurz vor dem Stichtag am 31. Mai und nach komplexen Verfahren. Bukarest musste kommerzielle und formale Hürden rechtzeitig klären.

Beim Lynx KF41 ändert Rumänien den Zuschnitt innerhalb des SAFE-Pakets. Statt ursprünglich 298 Fahrzeugen umfasst der erste Vertrag nun 232 Fahrzeuge.

Der Paketwert sinkt damit von 2,98 Milliarden Euro auf 2,59 Milliarden Euro. Die übrigen 66 Fahrzeuge will Rumänien außerhalb von SAFE in Folgeverträgen beschaffen.

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Für Rheinmetall bleibt das Programm strategisch wichtig. Die Lynx-Fahrzeuge sollen die alten MLI-84 Jderul ersetzen. Der lokale Arbeitsanteil soll auf 40 Prozent steigen.

Rumänien hatte im Januar eine EU-Kreditzusage über 16,6 Milliarden Euro erhalten. Davon sind 9,5 Milliarden Euro für Streitkräfte und militärische Infrastruktur vorgesehen.

Auftrag passt in Pappergers Pipeline

Der Deal fügt sich in die Erwartung von Rheinmetall-Chef Armin Papperger. Für das laufende Quartal hatte er Nominierungen von rund 20 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Dazu zählte auch das Lynx-Programm in Rumänien.

Der Auftragsbestand inklusive Rahmenverträgen lag zum 31. März bereits bei 73 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 56 Milliarden Euro.

Auch die nächsten Monate bleiben vollgepackt. Für das zweite Halbjahr 2026 sieht Papperger Chancen von rund 60 Milliarden Euro. Dazu gehören vor allem das Arminius-Programm und Beschaffungen für die Ukraine.

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Für das Gesamtjahr peilt Rheinmetall einen Auftragseingang von rund 80 Milliarden Euro an. Bis Jahresende 2026 könnte der Backlog auf etwa 135 Milliarden Euro wachsen.

Kurs erholt sich, aber nicht euphorisch

Der Markt reagierte am Freitag ruhig. Die Aktie schloss bei 1.291,60 Euro, die Tagesveränderung lag bei nur 0,03 Prozent. Auf Sicht von sieben Tagen steht dennoch ein Plus von 5,75 Prozent.

Damit trifft der Rumänien-Auftrag auf eine Aktie, die zuletzt Boden gutgemacht hat. Der starke Rückgang der vergangenen Monate ist aber nicht aus dem Chart verschwunden.

Ein weiterer möglicher Impuls bleibt das F126-Fregattenprogramm. Laut einem Medienbericht fordert Rheinmetall dafür rund zwölf Milliarden Euro vom Bund.

Die Gesamtkosten für die sechs Kriegsschiffe könnten damit auf etwa 14 Milliarden Euro steigen. Die Gespräche über das Programm und den Wechsel des Generalunternehmers laufen noch.

Operativ hält Rheinmetall an seiner Prognose fest. Der Umsatz soll 14 bis 14,5 Milliarden Euro erreichen, bei einer operativen Marge von 19 Prozent. In der neuen Handelswoche zählt nun, ob der Rumänien-Deal als Startsignal für weitere Nominierungen gewertet wird.

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