Volle Auftragsbücher, aber ein einbrechender Aktienkurs — bei Rheinmetall klaffen operative Realität und Markterwartung derzeit weit auseinander. Ein verpatzter Start ins neue Geschäftsjahr schickt die Papiere des Rüstungskonzerns auf Talfahrt.
Am Freitag brach der Kurs um fast zehn Prozent ein und markierte bei 1.218,20 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus damit auf rund 24 Prozent.
Lieferverzögerungen bremsen das Wachstum
Auslöser für den Abverkauf sind die finalen Quartalszahlen. Der Umsatz stieg zwar auf gut 1,9 Milliarden Euro. Die Börse hatte im Vorfeld allerdings mit 2,3 Milliarden Euro gerechnet.
Das Management begründet die Lücke mit operativen Hürden. Konkret hakt es bei der Auslieferung militärischer Lastkraftwagen. Parallel dazu verzögert sich die Produktion im spanischen Munitionswerk Murcia. Diese Aufträge sollen nun in den kommenden Monaten abgerechnet werden.
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Lichtblicke liefert die Profitabilität. Das operative Ergebnis verbesserte sich überproportional auf 224 Millionen Euro. Die entsprechende Marge kletterte von 10,6 auf 11,6 Prozent.
Neuer Auftragsrekord stützt Prognose
Für Zuversicht in der Düsseldorfer Zentrale sorgt der gewaltige Auftragsbestand von 73 Milliarden Euro. Darin enthalten ist nun auch die im Februar übernommene Sparte Naval Vessels Lürssen. Die Akquisition steuert auf Anhieb rund sechs Milliarden Euro zum Polster bei.
Entsprechend hält der Vorstand an seiner Jahresprognose fest. Das Management peilt für das Gesamtjahr weiterhin einen Umsatz von 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro an. Die operative Marge soll bei rund 19 Prozent liegen.
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Analysten ziehen Konsequenzen
Unter Marktbeobachtern sorgt die Diskrepanz zwischen vollen Büchern und schwachen Erlösen für Diskussionen. Die US-Bank JPMorgan reagierte prompt und stufte die Aktie auf „Neutral“ ab. Das Kursziel fiel massiv von 2.130 auf 1.500 Euro. Zur Begründung hieß es, Rheinmetall bleibe wiederholt hinter den eigenen Wachstumszielen zurück.
Andere Häuser geben sich geduldiger. Bernstein bekräftigte das „Outperform“-Rating mit einem Ziel von 2.050 Euro. Analyst Adrien Rabier fordert indes, das Unternehmen müsse den Rekordbestand schneller in echtes Wachstum ummünzen.
Als finanzielles Trostpflaster winkt den Aktionären zeitnah die anstehende Gewinnausschüttung. Für das abgelaufene Geschäftsjahr steht eine Dividende von 11,50 Euro je Aktie auf der Agenda. Um das Vertrauen des Marktes nachhaltig zurückzugewinnen, muss Rheinmetall im zweiten Quartal beweisen, dass die verschobenen Umsätze aus Spanien tatsächlich in die Bilanzen fließen.
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