Rheinmetall Aktie: Acht Systeme pro Woche

Rheinmetall will die Produktion kanonenbasierter Luftabwehrsysteme massiv ausbauen, um die hohe Nachfrage zu bedienen. Der Auftragsbestand erreicht einen Rekordwert von 63,8 Milliarden Euro.

Rheinmetall Aktie
Kurz & knapp:
  • Produktionsziel von 400 Systemen jährlich bis 2027
  • Rekordauftragsbestand von 63,8 Milliarden Euro
  • Nachfrage nach Skynex- und Skyranger-Systemen steigt
  • Produktion verteilt auf Deutschland, Schweiz und Italien

Bis 2027 will Rheinmetall bis zu 400 kanonenbasierte Luftabwehrsysteme jährlich vom Band rollen lassen — das entspricht acht Einheiten pro Woche. Die Ankündigung kommt nicht von ungefähr: Die Nachfrage nach den Systemen der Skynex- und Skyranger-Familie wächst rasant, und der Auftragsbestand des Konzerns hat mit 63,8 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert erreicht.

Drohnenabwehr als Wachstumsmotor

Der Expansionsplan reagiert auf eine konkrete militärische Realität. Russische Streitkräfte setzen in der Ukraine massenhaft iranisch konstruierte Shahed-Drohnen ein — vergleichsweise günstige Waffen, die teure raketenbasierte Abwehrsysteme schnell aufzehren. Skynex und Skyranger setzen dagegen auf Schnellfeuer-Automatikkanonen mit fortschrittlicher Zieltechnik. Das macht sie zu einer kostengünstigen Antwort auf genau diese Bedrohung.

Die Nachfrage aus Europa ist bereits konkret: Deutschland und die Niederlande haben Skyranger-30-Systeme bestellt, Belgien prüft eine Beschaffung, die Schweiz plant Skynex-Einheiten. Allein die Bundeswehr meldet einen langfristigen Bedarf von 500 bis 600 Systemen an.

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Produktion verteilt sich auf drei Länder

Die Fertigung soll auf mehrere Standorte verteilt werden: je rund 140 Einheiten jährlich in der Schweiz und Italien, etwa 100 in Deutschland. Die Schweizer Anlagen sollen bereits im ersten Quartal 2026 betriebsbereit sein, die übrigen Standorte im weiteren Jahresverlauf folgen.

Das Analystenhaus Kepler Cheuvreux bestätigte nach einer Managementpräsentation Anfang April seine Kaufempfehlung. Analyst Michael Raab wertete den Auftritt als Bestätigung der Wachstumsstory — auch wenn Kepler die Jahresergebnisse 2025 sowie die Ziele für 2026 als leicht hinter den Erwartungen liegend eingestuft hatte.

Starkes Wachstum, ambitionierte Ziele

Für das Gesamtjahr 2025 meldete Rheinmetall ein Umsatzplus von 29 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro. Für 2026 peilt der Konzern ein Wachstum von 40 bis 45 Prozent auf bis zu 14,5 Milliarden Euro an — bei einer operativen Marge von rund 19 Prozent. Ob dieser Kurs hält, wird sich früh zeigen: Am 7. Mai legt Rheinmetall die Zahlen für das erste Quartal 2026 vor.

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