Rekordumsatz, Rekordergebnis, Rekordauftragsbestand – und trotzdem Kursrutsch. Rheinmetall lieferte für 2025 objektiv starke Zahlen, doch der Ausblick auf 2026 blieb hinter den Markterwartungen zurück. Das quittierte die Aktie gestern mit einem Minus von rund 6,6 Prozent.
Starke Zahlen, enttäuschender Ausblick
Der Düsseldorfer Rüstungskonzern steigerte seinen Umsatz 2025 um 29 Prozent auf 9,94 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um ein Drittel auf 1,84 Milliarden Euro zu – eine Marge von 18,5 Prozent. Damit traf Rheinmetall allerdings nur das untere Ende der eigenen Prognose.
Für 2026 stellt das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent in Aussicht, was einem Zielkorridor von 14 bis 14,5 Milliarden Euro entspricht. Von Bloomberg befragte Analysten hatten jedoch rund 15 Milliarden Euro erwartet – diese Lücke genügte, um den Kurs auf ein Jahrestief zu drücken.
Positiv überraschte hingegen die Dividende: Für 2025 schlägt das Management der Hauptversammlung am 12. Mai eine Ausschüttung von 11,50 Euro je Aktie vor – gegenüber 8,10 Euro im Vorjahr ein deutlicher Sprung.
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Analysten gespalten
Jefferies-Analystin Chloe Lemarie kritisierte, dass Rheinmetall Wachstumsschmerzen offenbare und beim operativen Ergebnis enttäuscht habe. Der Ergebnisausblick liege zudem unter der Markterwartung.
Anders die Einschätzung bei Berenberg und JPMorgan: George McWhirter lobte die starken mittelfristigen Aussichten, JPMorgan-Analyst David Perry sah nach der Kurskorrektur sogar einen attraktiven Einstiegszeitpunkt – vorausgesetzt, Rheinmetall kann Anleger von der Robustheit seiner 2026-Prognose überzeugen.
Vom Komponentenlieferanten zum Rüstungskonzern
Parallel zu den Zahlen vollzieht Rheinmetall den bislang größten strategischen Umbau seiner Geschichte. Die Übernahme von Naval Vessels Lürssen (NVL) schafft eine neue Division „Naval Systems“ mit vier Werften – darunter das traditionsreiche Blohm+Voss in Hamburg – und rund 2.100 zusätzlichen Mitarbeitern. Das Marinegeschäft soll 2026 bereits zwischen 1,3 und 1,5 Milliarden Euro zum Umsatz beitragen und bis 2030 auf 5 Milliarden Euro Jahresumsatz wachsen.
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Gleichzeitig plant Rheinmetall den Verkauf seiner zivilen Autozuliefersparte, um sich vollständig auf die Verteidigungsindustrie zu konzentrieren. Neben Land, Luft und nun Marine greift der Konzern auch ins Weltraumsegment – über ein Gemeinschaftsunternehmen rund um Satelliten.
Der Rückenwind bleibt strukturell stark: Der Auftragsbestand erreichte Ende 2025 einen Rekordwert von 63,8 Milliarden Euro und soll 2026 auf über 135 Milliarden Euro steigen. Treiber sind unter anderem Deutschlands Sondervermögen für die Bundeswehr, das europäische SAFE-Programm sowie steigende NATO-Verteidigungsausgaben.
Die gestrige Kursreaktion illustriert das zentrale Problem: Nach einem Kursanstieg von rund 540 Prozent in drei Jahren liegt die Messlatte für Rheinmetall außerordentlich hoch. Selbst Rekordergebnisse reichen nicht mehr aus, wenn der Markt noch mehr erwartet. Ob die NVL-Integration und der wachsende Auftragsbestand das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen, dürfte sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen zeigen.
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