Rheinmetall Aktie: Boxer-Arminius um 9 Milliarden reduziert

Rheinmetall-Aktie verliert nach starker Rallye massiv an Wert. Analysten zeigen sich gespalten: Barclays sieht Übertreibung, Berenberg senkt das Kursziel.

Rheinmetall Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie verliert 25 Prozent in 30 Tagen
  • Barclays hält an langfristigem Wachstum fest
  • Berenberg senkt Kursziel auf 1.750 Euro
  • Umsatz im ersten Quartal gestiegen

Rheinmetall hat ein Bewertungsproblem. Operativ bleibt der Rüstungskonzern auf Wachstumskurs, an der Börse dominiert aber Skepsis. Nach der scharfen Korrektur gehen Analysten nun sichtbar auseinander: Die einen sehen eine Übertreibung, die anderen kürzen ihre Erwartungen.

Am Freitag schloss die Aktie bei 1.123,80 Euro, binnen 30 Tagen steht ein Minus von 25,19 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.995,00 Euro liegt der Kurs inzwischen 43,67 Prozent entfernt. Damit handelt das Papier nur knapp über dem jüngsten Tief.

Barclays hält am Zyklus fest

Barclays bleibt bei der positiven Sicht auf Rheinmetall. Die Bank sieht den Konzern weiter als einen der klaren Profiteure steigender Verteidigungsausgaben in Europa. Der jüngste Rückgang im Sektor wirke in Teilen überzogen, auch wenn Investoren nach der jahrelangen Rallye vorsichtiger geworden sind.

Der Kern der Argumentation: Der langfristige Ausgabenzyklus sei intakt. Beschaffungsverzögerungen und Haushaltsdruck bremsen zwar die Stimmung, ändern aus Sicht von Barclays aber nicht die strukturelle Nachfrage nach Munition, Fahrzeugen und militärischer Ausrüstung.

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Rheinmetall selbst hat die Jahresprognose bestätigt und auf ein stärkeres zweites Quartal verwiesen. Das ist wichtig, weil das schwächere Auftaktquartal an der Börse Zweifel verstärkt hat. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren: Bei einer Aktie, die stark gestiegen ist, reicht schon ein kleiner Riss in der Wachstumsstory.

Berenberg wird vorsichtiger

Berenberg bleibt zwar bei der Kaufempfehlung, setzt das Kursziel aber niedriger an. Die Privatbank senkte den Zielwert auf 1.750 Euro nach zuvor 2.100 Euro. Ausschlaggebend war vor allem eine Neubewertung des Boxer-Arminius-Vertrags, dessen Schätzung um 9 Milliarden Euro reduziert wurde.

Das ist kein Bruch mit der Rheinmetall-Story, aber ein klares Signal. Der Markt schaut inzwischen genauer hin, welche Rahmenverträge tatsächlich in verbindliche Bestellungen übergehen. Genau dort liegt der Knackpunkt zwischen langfristiger Fantasie und kurzfristiger Bewertung.

Der Analystenkonsens bleibt dennoch mehrheitlich optimistisch. 21 erfasste Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, das mittlere Kursziel liegt bei rund 1.990 Euro. Der Abstand zum aktuellen Kurs ist groß, aber er muss durch konkrete Aufträge unterlegt werden.

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Zahlen zeigen Verschiebungen

Im ersten Quartal stieg der Umsatz um acht Prozent auf 1,94 Milliarden Euro. Operativ wirkte das solide, lag aber unter den Erwartungen. Ein Teil der Erklärung liegt im Vorjahr, das durch Vorzieheffekte besonders stark war.

Der operative Free Cashflow fiel auf minus 285 Millionen Euro. Rheinmetall investierte stark in Vorprodukte, um die Auftragspipeline ab dem zweiten Quartal abarbeiten zu können. Dazu zählen verschobene Lieferungen bei Lkw-Fahrzeugen und Treibladungspulver.

Das neue Segment Naval Systems steuerte im ersten Konsolidierungsmonat 77 Millionen Euro Umsatz bei. Die Marge lag bei 10,1 Prozent. Der Auftragsbestand inklusive Rahmenverträgen wuchs auf 73 Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr peilt Rheinmetall weiter einen Umsatz von 14 bis 14,5 Milliarden Euro an. Die operative Marge soll 19 Prozent erreichen. Im zweiten Quartal stellt CEO Armin Papperger zusätzliche Nominierungen in Aussicht, darunter Programme in Rumänien, Italien und der Fregattenvertrag F126.

Der nächste Prüfstein ist damit klar umrissen: Rheinmetall muss die erwarteten Aufträge in sichtbare Bestellungen und bessere Quartalsdynamik übersetzen. Gelingt das im zweiten Quartal, bekommt die Barclays-These neues Futter; verzögern sich die Nominierungen weiter, bleibt die Berenberg-Vorsicht am Markt präsent.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.