Über eine Milliarde Euro Bundeswehr-Auftrag, eine überzeichnete Anleihe — und trotzdem fällt die Aktie. Bei Rheinmetall klaffen operative Stärke und Kursentwicklung gerade weit auseinander.
Rüstungssektor unter Rotationsdruck
Der Rücksetzer am Montag betrifft nicht nur Rheinmetall. Auch Hensoldt, Renk und TKMS verloren trotz guter Branchennachrichten an Wert. Marktbeobachter erklären dies mit Gewinnmitnahmen und Sektor-Rotationen. Das Papier notiert aktuell bei rund 1.255 Euro — ein Tagesrückgang von knapp 2,8 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf über 21 Prozent.
Bundeswehr bestellt 2.000 Transportfahrzeuge
Operativ läuft es besser. Die Bundeswehr hat die vierte Tranche aus einem bestehenden Rahmenvertrag abgerufen: mehr als 2.000 ungeschützte Transportfahrzeuge für rund 1,015 Milliarden Euro brutto. Der Gesamtrahmen umfasst bis zu 6.500 Fahrzeuge — damit sind nun über 3.500 Logistik-Lkw fest bestellt.
Die Fahrzeuge liefert das Joint Venture Rheinmetall MAN Military Vehicles (RMMV) in drei Varianten: 4×4, 6×6 und 8×8. Die Auslieferungen starten noch im ersten Halbjahr 2026. Buchungstechnisch wirkt der Auftrag ab dem zweiten Quartal.
Anleihe mit fast vierfacher Überzeichnung
Ende Mai platzierte Rheinmetall eine Unternehmensanleihe über 500 Millionen Euro mit einer Laufzeit bis Mai 2031 und einem Kupon von 3,375 Prozent. Das Orderbuch war 7,8-fach überzeichnet — Nachfrage von fast 3,9 Milliarden Euro. Kein schlechtes Signal für die Kreditwürdigkeit des Konzerns.
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Charttechnik bleibt angespannt
Das technische Bild passt zum Stimmungsbild. Die Aktie notiert rund 8 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt und mehr als 23 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.995 Euro fehlen noch gut 37 Prozent.
Die Quartalszahlen werden zeigen, wie stark die Bundeswehr-Auslieferungen bereits in Umsatz und Ergebnis durchschlagen. Das Q2 dürfte der erste belastbare Test sein.
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