Der DAX schwächelt, Rheinmetall hält dagegen. Die Aktie des Rüstungskonzerns trotzt dem negativen Marktumfeld. Aktuell notiert das Papier bei 1.188,00 Euro. Das entspricht einem Tagesplus von 0,83 Prozent. Zwei Faktoren stützen den Kurs. Das Management plant den Markteintritt in Japan. Parallel dazu füllt ein neuer Großauftrag der Bundeswehr die Bücher.

Asien-Strategie nimmt Form an

Rheinmetall treibt seine globale Expansion voran. Der Konzern plant eine erste Rüstungsfabrik in Japan. Medienberichten zufolge bereitet das Management Gespräche mit lokalen Partnern vor. Das Ziel: Rüstungsgüter direkt vor Ort fertigen. Bislang ist Rheinmetall in Japan nur als Automobilzulieferer aktiv. Die Tochtergesellschaft Pierburg vertritt den Konzern dort. Der geplante Schritt in den Verteidigungssektor erschließt einen neuen Markt. Rheinmetall will direkt von den steigenden Militärausgaben im Asien-Pazifik-Raum profitieren.

Millionenauftrag und Analysten-Lob

Auf dem Heimatmarkt sichert sich das Unternehmen derweil das nächste Großprojekt. Die Bundeswehr bestellt 23 Bergepanzer des Typs „Büffel“. Das Volumen liegt laut Berichten bei rund 360 Millionen Euro. Die Fahrzeuge ersetzen Systeme aus der Ukraine-Militärhilfe.

Rheinmetall liefert die Kettenfahrzeuge bis Mitte 2029 aus. Der Deal untermauert die massive Auslastung der Produktion. Ende März belief sich der Auftragsbestand bereits auf rund 73 Milliarden Euro.

Analysten reagieren positiv auf die operative Stärke. Die Experten von Oddo BHF stufen die Aktie auf „Outperform“ hoch. Das Kursziel senken sie leicht auf 1.670 Euro. Sie sehen einen deutlichen Wachstumsabschlag. Im Vergleich zur europäischen Konkurrenz sei das langfristige Potenzial im Kurs nicht eingepreist.

Bodenbildung im Chart

Trotz der aktuellen Stabilität verläuft das Jahr bislang schwierig. Seit Januar verlor die Aktie fast 26 Prozent an Wert. Der Abstand zum letzten 52-Wochen-Hoch beträgt rund 40 Prozent.

Charttechnisch rückt nun die Widerstandszone um 1.240 Euro in den Blick. Überwindet die Aktie dieses Level nachhaltig, schließt das die wochenlange Bodenbildung ab. Der Weg zum langfristigen Durchschnitt bei rund 1.577 Euro bleibt allerdings weit.