Vor dem Berliner Büro von Rheinmetall haben sich am Montag rund 40 Aktivisten auf den Boden geklebt. Mit dabei: die Klimaaktivistin Greta Thunberg. Die Aktie des Düsseldorfer Rüstungskonzerns steckt derzeit ohnehin in einem heftigen Abwärtstrend.

Aktivisten kleben sich fest, Polizei greift ein

Die Demonstranten protestierten gegen Rheinmetalls Rüstungsverträge mit Israel. Viele trugen Kufiya-Tücher und riefen „Free Palestine!“. Sie warfen dem Konzern eine Mitschuld an einem „Genozid“ gegen die palästinensische Bevölkerung vor.

Die Polizei löste die Aktivisten schnell vom Boden. Anschließend führte sie die Gruppe zum nahegelegenen Pariser Platz ab. Der Standort direkt am Brandenburger Tor sorgte für maximale Sichtbarkeit. Die Debatte um Rüstungsexporte rückt damit erneut ins Rampenlicht.

Kurs steht unter erheblichem Druck

Die Rheinmetall-Aktie notiert aktuell bei 974,00 Euro. Das bedeutet ein Tagesminus von 0,92 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs von 983,00 Euro. Auf Wochensicht hat das Papier bereits 12,60 Prozent verloren, binnen 30 Tagen sind es 14,61 Prozent.

Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 39,18 Prozent zu Buche. Auf Zwölfmonatssicht summiert sich der Rückgang sogar auf 47,93 Prozent. Vom Rekordhoch bei 1.995,00 Euro, markiert am 29. September 2025, trennen die Aktie mittlerweile 51,18 Prozent.

Zum 52-Wochen-Tief von 902,50 Euro, erreicht am 25. Juni 2026, beträgt der Abstand nur noch knapp acht Prozent. Auch die gleitenden Durchschnitte zeigen das Ausmaß der Schwäche. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 1.152,01 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt sogar bei 1.510,13 Euro – ein Abstand von 35,50 Prozent.

Politisches Risiko trifft auf technische Schwäche

Für Investoren ist die Protestaktion vor allem ein Signal. Gesellschaftliche Kritik an Rüstungsgeschäften bleibt ein Thema, das die öffentliche Wahrnehmung des Konzerns beeinflusst – unabhängig vom operativen Geschäft.

Der RSI-Wert von 35,6 deutet auf eine gewisse Überverkauft-Situation hin. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 68,76 Prozent zeigt aber, dass die Aktie erheblichen Schwankungen unterliegt. Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei 46,23 Milliarden Euro.

Die Diskussion um Rüstungsexporte dürfte Rheinmetall als Reputationsrisiko in den kommenden Wochen weiter begleiten. Parallel dazu blicken Anleger auf die fundamentale Auftragslage und die Stimmung gegenüber europäischen Rüstungswerten insgesamt.