Monatelang kursierten Übernahmegerüchte um den Panzerbauer KNDS. Jetzt zieht die Politik einen Schlussstrich. Berlin und Paris übernehmen die Kontrolle und bereiten einen Börsengang vor. Für Rheinmetall platzt damit eine Übernahmechance. Die Folge: Ein mächtiger neuer Konkurrent drängt auf den Kurszettel.
Der deutsch-französische Pakt
Das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte am Montag die Einigung. Deutschland sichert sich 40 Prozent an KNDS. Frankreich hält künftig den exakt gleichen Anteil. Das restliche Fünftel soll an private Investoren fließen. Beide Staaten planen ein Listing in Frankfurt und Paris.
KNDS ist ein Schwergewicht im europäischen Rüstungssektor. Der Konzern erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 4,4 Milliarden Euro. Medienberichte taxieren die mögliche Börsenbewertung auf 15 bis 18 Milliarden Euro.
Klare Absage an Rheinmetall
Zuvor galt Rheinmetall als potenzieller Käufer für die deutsche KNDS-Hälfte. KNDS-Chef Jean-Paul Alary erteilte diesen Plänen jedoch eine deutliche Absage. Er sieht keine strategische Passung zwischen den Unternehmen. Rheinmetall treibe eine breite Diversifikation voran. KNDS wolle sich dagegen rein auf Landsysteme konzentrieren.
Eine Übernahme ist damit endgültig vom Tisch. Stattdessen müssen sich Investoren auf einen direkten Vergleichswert im Sektor einstellen. Auf operativer Ebene arbeiten die Rivalen ohnehin zusammen. KNDS, Rheinmetall und Thales entwickeln einen neuen deutsch-französischen Kampfpanzer. Das Projekt verzögert sich allerdings bis ins Jahr 2040.
Aktie im Abwärtstrend
An der Börse kämpft Rheinmetall derweil mit Gegenwind. Die Aktie ging am Montag bei 1.178,20 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier einen Rückgang von rund 26 Prozent.
Der Abstand zu alten Rekorden bleibt massiv. Das Hoch aus dem vergangenen September liegt gut 40 Prozent entfernt. Aktuell notiert der Kurs nur knapp über dem Jahrestief von rund 1.100 Euro. Der langfristige Trend zeigt klar nach unten.
Der geplante KNDS-Börsengang verändert die Dynamik im Rüstungssektor. Rheinmetall verliert eine Übernahmeoption und gewinnt einen börsennotierten Konkurrenten. Investoren erhalten dadurch künftig eine direkte Vergleichsmöglichkeit bei Margen und Auftragsbeständen.
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